Jugendliche und nackt duschen ? - ein Medientipp

  • Im dem Radiofeature wird darüber berichtet, dass sich Jugendliche im Gegensatz zu früher nicht mehr trauen, sich in der Gruppendusche nackt zu duschen.

    Zu meiner Schulzeit in den 8oern war es so, dass wir Jungens uns in Badehose geduscht haben. Dabei hatten wir und auch nur nass gemacht, und kein Duschgel benutzt.


    Wie war es bei Euch?

  • Wir haben in den 90igern nach dem Sport und Schwimmunterricht alle nackt geduscht.

    Der Lehrer hat sogar dafür gesorgt, dass sich alle ausziehen, in dem er das nackt duschen persönlich "überwachte".

    Heute wäre das ein Unding. Wahrscheinlich wäre der Lehrer schon suspendiert und hätte ejne Anzeige am Hals.


    Edit & Ergänzung.

    Dann muss ich aber auch die ganze Geschichte erzählen.

    Als Jugendlicher tat ich mich extrem schwer damit.

    Bei der Bundeswehr hatte ich dann ebenfalls keine Wahl.

    Heute stelle ich fest, ich habe es überlebt und sicher keine traumatischen Störungen davon getragen.


    Ich habe den Beitrag Arth wegen "finde, kids sollten zur nacktheit erzogen werden "mit einem Daumen-Up "geliked".

    Warum?

    Weil ich finde, dass wir das Thema Nacktheit wieder viel entspannter angehen müssen.

    Es sollte und muss einfach wieder viel selbstverständlicher sein, dass sich auch gleichaltrige (gleichen Geschlechts) wieder gegenseitig nackt sehen und ja auch vergleichen.

    Das hilf dem eigenen Selbstbewusstsein und zeigt, dass niemand perfekt ist und jeder irgendwelche "Markel" hat. Das kann für das eigene Körpergefühl nur positiv sein.

  • Bei uns war nackt duschen auch Pflicht, jedenfalls im Schwimmbad. Wer mit Badehose duschen wollte bekam einen Anschiss.

    Dann beim Studium gab es auch gelegentlich gemeinsames Duschen von Jungs und Mädchen, aber es war die Ausnahme. Die Jungs haben sich in der Dusche immer extra lange aufgehalten, während die Mädels ruckzuck fertig waren.

    Auch beim Studentensommer habe ich das gemeinsame Duschen mal erlebt, da war es ein gemeinsamer Spaß. Die Mädels wollten auch gucken und zeigen. Aber es war die einmalige Ausnahme.


    Es sollte und muss einfach wieder viel selbstverständlicher sein, dass sich auch gleichaltrige (gleichen Geschlechts) wieder gegenseitig nackt sehen und ja auch vergleichen.

    Das hilf dem eigenen Selbstbewusstsein und zeigt, dass niemand perfekt ist und jeder irgendwelche "Markel" hat. Das kann für das eigene Körpergefühl nur positiv sein.

    Das finde ich auch. Schon der gleichgeschlechtliche Vergleich würde ein Großteil der Probleme, die bei jungen Mädchen infolge der Körperscham entstehen, verringern. Einfach mal erleben, dass die Realität völlig anders ist, als das in den Medien dargestellt wird.


    Aber ich kann natürlich schlau reden und dann mache ich wieder nur bei den hübschesten Mädels ein like. Anstatt die Moppelchen für ihren Mut zu loben.


    Naja, eben alter weißer Mann ....

  • Normalerweise kann auch niemand etwas für seine Figur oder sein Aussehen.

    Von daher sollte dick, dünn, große oder kleine Brüste, Po, Penis, Nase, Ohren ... eigentlich kein Kriterien um einen Menschen zu beurteilen. Aber leider sind viele sooo oberflächlich.

    Man muss ja nicht alles mögen, jeder hat irgendwo einen Typus den er/sie besonders Attraktiv findet. Dennoch ist es total daneben und nicht hinzunehmen jemanden wegen seines Aussehens zu mobben, auszugrenzen und zu diskriminieren.


    Daran wie Menschen akzeptiert und toleriert werden, kann eine Gesellschaft gemessen werden. Ich "messe" dass es um unsere Gesellschaft ehr schlecht bestellt ist.

  • Normalerweise kann auch niemand etwas für seine Figur oder sein Aussehen.

    Von daher sollte dick, dünn, große oder kleine Brüste, Po, Penis, Nase, Ohren ... eigentlich kein Kriterien um einen Menschen zu beurteilen. Aber leider sind viele sooo oberflächlich.

    Man muss ja nicht alles mögen, jeder hat irgendwo einen Typus den er/sie besonders Attraktiv findet. Dennoch ist es total daneben und nicht hinzunehmen jemanden wegen seines Aussehens zu mobben, auszugrenzen und zu diskriminieren.


    Daran wie Menschen akzeptiert und toleriert werden, kann eine Gesellschaft gemessen werden. Ich "messe" dass es um unsere Gesellschaft ehr schlecht bestellt ist.

    Da gebe ich dir vollkommen recht. Eine bedenkliche Entwicklung.

  • Kann mich meinen Vorschreibern und -schreiberinnen nur anschließen. Wir leben mittlerweile immer mehr in einer Gesellschaft in der in nahezu allen Bereichen alles perfekt sein muss. Egal welches Magazin oder Zeitschrift man nimmt. Dort werden nur noch die hübschesten Models abgelichtet und selbst bei denen wird noch mit Photoshop nachgeholfen.

    Aber es muss mittlerweile auch in anderen Bereichen alles super- und pico bello alles passen. Nur ein kleines Beispiel. Ich war vor ein paar Monaten auf einen Geburtstag eingeladen. Gegen später am Abend sah jemand, dass der Gastgeber eine Westerngitarre im Wohnzimmer stehen hat. Der Gast nahm sich die Gitarre und fing an so Uraltlieder zu singen die zumindest alle meine Generation kennen. "How many roads", "House of the Rising sun", "Sag mir wo die Blumen sind" und vieles mehr. Viele sangen mit und waren begeistert. Es kam echt eine schöne Stimmung auf. Irgendwie kannte doch jeder irgendeine Strophe und zur Not half auch das altbewährte "la la la". Was war aber dann das Ende vom Lied. Am Schluss gab es doch wie immer ein paar Besserwisser und Dauernörgler und Spaßbremsen die kommentierten, dass es sich im Radio besser anhört und man eigentlich um sowas zu singen eine Gesangsanlage braucht und das die Gitarre auch nicht die beste war etc. Echt schade. Das beobachtet man leider mittlerweile in allen Bereichen.


    Gruß


    El Supremo:)

  • Ein neues viktorianisches Zeitalter zieht auf. Die Prüderie ging so weit, dass sogar Tischbeine umwickelt wurden. Heute ist es SEXISMUS was zur Prüderie treibt.


    "Nackte Frauenbeine waren dermaßen verpönt, dass die damaligen Kleider gewöhnlich über den Knöchel ragten, und es sogar als anstößig galt, das Wort „leg“ (Bein) überhaupt in den Mund zu nehmen. Wer aus besserem Hause stammte, bezog sich sprachlich auf Frauenbeine, indem man den Ausdruck „limb“, also Gliedmaß, verwendete.

    Lange Zeit kursierte gar die Legende, dass im Viktorianischen Zeitalter sogar Tisch- und Klavierbeine verhüllt wurden, da diese an die selten erblickbaren Damenbeine erinnerten. Entweder Tischdecken, oder gar spezielle „Höschen“, verdeckten den Blick auf das unanständig anmutende Holz."

  • Hinzu kommt auch, dass die Angst von Pädophilen oder Kinderschändern heute allgegenwärtig ist. Man könnte ja schon denken , hinter jeder Ecke lauert einer.

    Da haben - das wurde auch in dem Interview angesprochen - die Skandale der letzten Jahre beigetragen.

    Wir sind uns sicher alle einig das köperliche, psychische und sexuelle Gewalt gegen Kinder ein absolutes No-GO ist.

  • Hinzu kommt auch, dass die Angst von Pädophilen oder Kinderschändern heute allgegenwärtig ist. Man könnte ja schon denken , hinter jeder Ecke lauert einer.

    Da haben - das wurde auch in dem Interview angesprochen - die Skandale der letzten Jahre beigetragen.

    Wir sind uns sicher alle einig das köperliche, psychische und sexuelle Gewalt gegen Kinder ein absolutes No-GO ist.

    Ein absolutes No-Go

  • Beitrag von Babett_sn ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
  • Zunächst ein paar Angaben zur zeitlichen und örtlichen Einordnung meiner Erfahrungen:


    Ich bin aufgewachsen in einer Kleinstadt in ländlicher Umgebung und einem der katholischsten und konservativsten Landstriche Deutschlands. Dort wurde ich 1988 an einer städtischen Grundschule eingeschult, und habe vier Jahre später an ein ebenfalls städtisches Gymnasium in der nahegelegenen Kreisstadt gewechselt, wo ich 2001 Abitur gemacht habe.


    An Duschen nach dem Sportunterricht war meine ganze Schulzeit über schon rein zeitlich überhaupt nicht zu denken:


    Denn für diesen stand jeweils stets nur eine Schulstunde (= 45 Minuten) zur Verfügung. Bis 25 (Grundschulkasse) bzw. 30 Kinder (Gymnasialklasse) sich in ihr Sportzeug umgezogen und in der eigentlichen Sporthalle versammelt hatten, Unterrichtsmaterial wie Bälle verteilt, Matten ausgelegt, Geräte aufgebaut waren o. ä. - je nachdem, was gerade auf dem Lehrplan stand - und das Aufwärmen beginnen konnte, waren bereits rund zehn Minuten rum.


    Und da nach 45 Minuten immer schon die nächste Klasse die Umkleide- und Waschräume brauchte, Aufräumen und Umziehen ohne zu Duschen aber sicherlich auch bereits zehn Minuten oder so in Anspruch nahmen, dauerte der eigentliche Sportunterricht sowieso schon nur um die 25 Minuten . Zu wenig Zeit eigentlich, um wirklich ins Schwitzen zu geraten, aber erst recht zu wenig Zeit, um davon noch welche zum Duschen abzuzweigen.


    Beim Schwimmunterricht war das tatsächlich anders:


    Für diesen standen zunächst immer schon zwei Schulstunden (= 90 Minuten) zur Verfügung - je nachdem, wie diese innerhalb des Stundenplanes lagen, allerdings teilweise einschließlich der Wege von der Schule zum Hallenbad und zurück.


    Außerdem fand er zu meiner Zeit nur in der 3., 4. und 5. Klasse statt, was der begrenzten Kapazität des städtischen Hallenbades sowie der Überlegung geschuldet war, dass diese entsprechend in erster Linie dazu genutzt werden sollten, dass möglichst alle Kinder im Grundschulalter Schwimmen lernen. (Wie ca. die Hälfte der Kinder in meiner Klasse, konnte ich das zu Beginn der 3. Klasse aber bereits, der Unterricht fand dementsprechend für Schwimmer und Nichtschwimmer zeitgleich, aber getrennt statt.)


    Es wurde seitens der Schule zwar ausdrücklich darauf hingewiesen, dass zwingend Badetuch und Seife mitzubringen waren, und dem Lehrer anzuzeigen, dass man diese Utensilien vergessen hatte, hatte für den entsprechenden Tag den Ausschluss vom eigentlichen Schwimmen zur Folge. Statt dessen war, bis auf Schuhe und Strümpfe vollständig bekleidet, auf einer Bank in der Schwimmhalle eine Strafarbeit zu fertigen, nach Art des zehnmaligen o. ä. Schreibens eines Satzes wie: "Ich darf mein vollständiges Schwimmzeug nicht vergessen."


    Ansonsten war treibende Kraft hinter sowohl der Weisung, Duschzeug mitzubringen, als auch deren erzieherischer Durchsetzung eigentlich bloß die Hausordnung des städtischen Hallenbades. Den Lehrern war beim Umziehen und Duschen in erster Linie an Tempo gelegen. Belehrungen, wie genau zu Duschen war, gab es keine, und dementsprechend auch keinerlei Kontrollen und Strafen.


    Die Praxis war, dem ständig ausgeübten Zeitdruck insbesondere vor dem eigentlichen Schwimmen geschuldet, dass so viel ich weiß beide Geschlechter sich nur einmal kurz in Badeanzug bzw. Badehose unter die Brauseköpfe gestellt und schon mal nassgemacht haben. (Die Mutigeren zur Vorbereitung auf die Wassertemperatur im Schwimmbecken übrigens auch mit kaltem Wasser.)


    Während die Jungs nach dem Schwimmen so viel ich gehört habe wohl wiederum lediglich genauso verfahren sein sollen, haben wir Mädchen ausnahmslos unsere Badeanzüge oder Bikinis komplett ausgezogen und uns nackt gründlich eingeseift, um uns, wie wir sagten, "das Chlor abzuwaschen".


    (Tatsächlich haben wir uns zur Frage, war wir evtl. an Dreck mit ins Schwimmbecken tragen, wenn wir nur kurz und oberflächlich abgeduscht in dieses hineinspringen, keinerlei Gedanken gemacht. Das Desinfektionsmittel (!) Chlor hingegen erschien uns - vielleicht weil es brannte, wenn man es in größerer Menge ins Auge bekam? - als etwas, das nach dem Schwimmen unbedingt penibel und auch unter dem Badezeug abgewaschen werden musste. Viele Mädchen hatten dazu auch Utensilien wie Duschschwämme u. ä. dabei, und/oder wuschen sich den Chlor auch mit Haarshampoo aus dem Haaren.)


    Wenn wir anschließend porentief geschrubbt und in unsere Badetücher gewickelt in die Umkleiden kamen, hallten vom Wartebereich draußen bereits die mahnenden und antreibenden Rufe der Lehrer, uns zu beeilen, denn: "Die Jungs sind alle schon längst fertig ... "