Zum Realismus
Ich finde "realitätsferne" Settings aus zwei Gründen weniger prickelnd:
Erstens sagt der Autor damit, daß er selbst das Geschehen für unrealistisch hält, und zweitens wird damit das Besondere der Story entwertet, indem gesagt wird, vor dem Hintergrund sei es normal, alltäglich, gewöhnlich.
Dies gilt in besonderem Maße für solche Geschichten, bei der nur eine "Ermöglichungsänderung" gegenüber unserer Realität vorgenommen wurde, deren "wirkliche" Auswirkungen dann aber nicht ergründet werden, nachdem sie imersten Absatz zwecks Rechtfertigung erwähnt wurde.
Ist dagegen stimmig eine fremde Welt gezeichnet, finde ich das meist recht unterhaltsam, aber das liegt wohl auch daran, daß ich auch sonst hohe literarische Qualität angenehm empfinde.
Außerdemunterscheide ich zwei Ebenen des Realismus: Eine betrifft das Setting, die andere die Personen, wobei letztere noch wichtiger ist: Die Akteure müssen sich wie echte Menschen verhalten. Das KO-Kriterium lautet dabei in etwa "hier verhält sich eine Person, wie kein echter Mensch es jemals würde, einfach weil das dem Autor in die Handlung passt".