Babett_SN ......
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Küßchen, eure Dorothee
Also eigentlich mag ich ja Intellekt.
Freilich bin ich mit meinen 70 Jahren auch schon so weit, dass ich weiß das rationales Wissen in einer emotional bestimmten Welt keine Chance hat. Jedenfalls nicht die Chance hat, etwas zu ändern.
Insofern sind deine Bemühungen Blombos auf den richtigen Pfad zu führen wohl Zeitverschwendung.
Wenn du ihn nicht magst, dann klick ihn weg. Oder halte ihn aus. Das nennt man dann resignative Reife. Er ist so. Ich habe damit kein Problem das er so ist. Die Unterdrückungsfantasien teile ich nicht. Fertig.
So geht Freiheit.
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Blombos – der Mann hinter der Sonnenbrille
Blombos ist offenbar ein Mann mit Prinzipien. Eines davon lautet: KI ist völlig in Ordnung, solange sie Bilder produziert, die ihm gefallen. Taucht dagegen irgendwo ein zusammenhängender deutscher Satz auf, der seine Werke kritisiert, muß selbstverständlich eine Maschine dahinterstecken. Denn wo kämen wir hin, wenn Menschen plötzlich selbst denken würden? Besonders Frauen. Blombos' digitales Erscheinungsbild ist dabei sorgfältig komponiert. Dunkler Hintergrund, dunkle Kleidung, schwarze Sonnenbrille, grauer Bart und jener Gesichtsausdruck, mit dem andere Männer normalerweise vor einem Baumarktregal stehen und darüber nachdenken, ob sie die 800-Watt- oder doch lieber die 1200-Watt-Schlagbohrmaschine benötigen.
Die Botschaft scheint zu lauten: Ich habe Dinge gesehen. Welche Dinge genau, möchte man vorsichtshalber nicht nachfragen. Seine künstlerische Welt wiederum ist ausgesprochen übersichtlich. Frauen treten dort gern leichtbekleidet oder unbekleidet auf, möglichst in Situationen, in denen gerade etwas Dramatisches geschieht. Wahlweise hängen sie an Ketten, kämpfen halbnackt gegen Löwen oder liegen gleich auf der Folterbank. Wenn schon, dann richtig. Man gönnt sich ja sonst nichts. Der gemeine weibliche Alltag scheint Herrn Blombos dagegen wenig zu inspirieren. Eine Frau im Pullover, die ihre Steuererklärung macht? Langweilig. Eine Frau in Jeans, die den Geschirrspüler ausräumt? Künstlerisch wertlos. Eine halbnackte Amazone mit Speer vor einem brüllenden Löwen? Jetzt reden wir!
Man möchte ihm gelegentlich zurufen: Blombos, Frauen besitzen tatsächlich Kleidung. Aber vermutlich würde er antworten: KI! Überhaupt scheint dieses Wort bei ihm eine erstaunliche Universalität zu besitzen. Jemand schreibt etwas Gutes? KI! Jemand formuliert einen längeren Gedanken? KI. Jemand setzt Kommata korrekt? Verdächtig. Jemand widerspricht Blombos? Ganz eindeutig künstliche Intelligenz. Damit besitzt er gewissermaßen den intellektuellen Rauchmelder des Forums: Sobald irgendwo ein Argument auftaucht, beginnt es zu piepen. Besonders reizvoll ist dabei die gewisse Asymmetrie. Der Mann präsentiert selbst offenbar mit großer Begeisterung KI-Bilder, begegnet aber fremder Kreativität mit dem Argwohn eines Zollbeamten, der gerade dreißig unverzollte Stangen Zigaretten im Kofferraum entdeckt hat. Das ist ungefähr so, als würde ein Mann mit Motorsäge im Wald stehen und sich über jemanden beschweren, der einen Ast abgebrochen hat.
Auch seine erotische Fantasiewelt besitzt eine gewisse Konsequenz. In seiner Geschichte ist die Frau im wesentlichen Körper, Reaktionsfläche und Empfängerin männlicher Handlungen. Der Mann bestimmt, die Frau erduldet. Der Mann spricht, die Frau bittet. Der Mann handelt, die Frau wird behandelt. Das ist natürlich eine Fantasie und noch kein Persönlichkeitsgutachten. Aber wenn jemand immer wieder dieselbe Sorte Fantasie auswählt, darf man zumindest feststellen, daß sein kulturelles Interessengebiet offenbar nicht schwerpunktmäßig bei Virginia Woolf, sondern eher bei Marquis de Sade liegt. Blombos wirkt dadurch wie eine eigentümliche Mischung aus digitalem Höhlenfürsten, KI-Enthusiasten und selbsternanntem Echtheitsprüfer fremder Gedanken.
Technisch modern. Ästhetisch irgendwo zwischen Conan der Barbar und dem Erotikprogramm eines Privatsenders von 1997. Intellektuell so anspruchsvoll wie eine Sexhotline aus den frühen Neunziger Jahren – RUF! MICH! AN! Gesellschaftlich dagegen mit einem gewissen nostalgischen Interesse an Zeiten, in denen Frauen hauptsächlich dekorative Funktionen erfüllten. Und über allem schwebt die Sonnenbrille. Natürlich die Sonnenbrille. Denn wer Frauen an Ketten, als halbnackte Löwenkämpferinnen und in düsteren Kellergewölben präsentiert oder in schmuddelige U-Bahn-Waggons stellt, kann schlecht mit randloser Lesebrille, Strohhut und Strickjacke auftreten. Das würde die gesamte Markenidentität ruinieren. Und peinlich wäre es vor allem dann, wenn sich der selbstinszenierte Dark Lord plötzlich als pensionierter Geographielehrer entpuppt, dessen täglicher Höhepunkt darin besteht, morgens ein Täßchen heißen Muskatnußtee zu schlürfen. Entzückend!
Vielleicht ist Blombos privat übrigens ein vollkommen harmloser, freundlicher Mensch, der Geranien gießt, Kreuzworträtsel löst und bei seiner Nachbarin die Glühbirnen wechselt. Wir wissen es nicht. Seine Forenfigur jedenfalls möchte offensichtlich etwas anderes vermitteln: Hier spricht ein Mann, der keine Angst vor Tabus hat. Das Problem ist nur, daß Tabubruch allein noch keine Tiefe erzeugt. Man kann auch zwanzigmal "provokant" auf einen Suppenteller schreiben. Es bleibt ein Suppenteller. Und so hinterläßt Blombos vor allem den Eindruck eines Mannes, der sehr viel Wert darauf legt, als unangepaßt, dominant und ein wenig gefährlich wahrgenommen zu werden – und dabei möglicherweise übersieht, daß wahre Souveränität eine erstaunlich simple Eigenschaft besitzt: Sie hält Kritik aus. Ohne sofort KI! zu rufen.
Blombos ist wahrscheinlich der einzige Mensch im Forum, der gleichzeitig enthusiastisch künstliche Intelligenz benutzt und sich persönlich beleidigt fühlt, sobald künstliche Intelligenz möglicherweise gegen ihn verwendet wird. Das ist keine Doppelmoral. Das ist digitale Besitzstandswahrung. Und falls er mich nochmals fragt, ob meine Texte von einer KI stammen, werde ich selbstverständlich wahrheitsgemäß antworten: Nein, Blombos. Die KI wollte das nicht schreiben. Sie fand es zu gemein!
Küßchen, eure Dorothee
Applaus Applaus, besser könnte man es nicht zusammenfassen und beschreiben. Bis ins kleinste Detail triffst du den Nagel auf den Kopf. Nur würde ich es um eine Anmerkung ergänzen wenn es mir gestattet ist.
Vermutlich ist Blombos Auftreten hier davon geprägt, daß er in der realen Welt, jenseits der Tastatur, nichts zu melden hat, selbst von Frauen untergebuttert wird. So ist dieser Ort das Ventil welches Er benötigt. Nur schade das Er uns allen damit auf den Sack geht. Ich glaube ja dieses Forum wäre ein besserer Ort wenn Blombos länger Urlaub macht und hier nicht schreiben kann, es sei ihm und uns gegönnt.
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Sehr schön, lieber Blombos. Ein durchaus respektabler Erfolg, den ich Dir nicht madig machen möchte. Aber vergesse bitte eines nicht dabei: Quantität ist nicht immer gleichbedeutend mit Qualität!
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Sehr schön, lieber Blombos. Ein durchaus respektabler Erfolg, den ich Dir nicht madig machen möchte. Aber vergesse bitte eines nicht dabei: Quantität ist nicht immer gleichbedeutend mit Qualität!
Du bist wie eine Mutter zu ihm. Vielleicht ja genau das, wass er braucht?😉
Ich mag deine Art. Schön, dass du uns jetzt hier bereicherst. 🙏