Darf ich zu dem Stück eine erste Rezension schreiben?
Es geht hier ja nicht um Sex, auch wenn dieser eine zentrale Rolle spielt. Es geht hier darum, wie ein Mensch aus Unerfahrenheit betrogen wird, allerdings diesen Betrug nicht erkennt und zum Schluss noch Spaß an der Sache hat.
Es ist eine gewisse Bivalenz vorhanden, also einerseits das Selbstverständnis von Sexualität, wie es das Lachen der Frauen am Brunnen zum Ausdruck bringt, andererseits der Betrug durch den Mönch, der erst zu diesem Selbstverständnis führt.
Dieser Betrug durch den Mönch wird aber erst möglich, weil in der Gesellschaft ein Thema, das der Sexualität, tabuisiert wird, aus welchen Gründen auch immer. Es ist also eine unterschwellige Gesellschaftskritik, die hier künstlerisch aufgearbeitet wird. Das Stück ist also im Kern keine frivole Posse, sondern eben tatsächlich eine Kritik der Gesellschaft und ihrer Konventionen.
Es kommt nun natürlich auf die Regie und das Ensemble an, diese Kritik an das Publikum zu transportieren, ohne sexistisch oder pornografisch zu wirken, was die Botschaft verwässern würde.
Ohne dem Team vorgreifen zu wollen würde ich deshalb empfehlen, die Sexscenen sehr sparsam einzusetzen, wohingegen die Nacktscenen raumgreifend sein können. Da kann man dann auch zu Anfang die Scham und die Neugier im Wechselspiel thematisieren, so als Vorspiel vor dem Höhepunkt.
Die Nacktheit sollte dann einen Gegenpol zu den Konventionen der Gesellschaft ausdrücken und dem Zuschauer als eigentliches Selbstverständnis ins Bewusstein kommen lassen. Dadurch werden die Bekleidungsvorschriften infrage gestellt. Das natürlich nur unterschwellig emotional. Der rationale Schritt ist ja nicht zu erwarten und auch nicht die Aufgabe der Kunst. Die Kunst soll ja nur die Missstände aufzeigen. Nacktheit als Selbstverständnis in der Öffentlichkeit ist auch weiterhin nicht zu erwarten.
Mithin eine insgesamt interessante Idee und schöne Story, die bei entsprechendem Engagement der Künstler sicherlich vielen Leuten gefallen würde.