Für mich war mein Schamgefühl nie besonders erregend, sondern eher belastend. Als ich in die Pubertät kam, wurde es mir von meinen Eltern ganz massiv eingeredet und ich habe tatsächlich für eine ganze Weile geglaubt, dass das, was ich spürte, genauso sein muss. Heute weiß ich, dass das nicht wirklich Scham, sondern eher Angst war. Meinen Eltern gehörte die Bäckerei im Dorf und die war so was wie die Zentrale des Dorfklatsches. Für meine Mutter war es eine absolute Horrorvorstellung, selbst einmal zur Zielscheibe zu werden und sie tat alles dafür, um das zu verhindern.
Als ich Nuée kennelernte, hat sie mir schlicht den Umgang mit ihr verboten und ich bin sehr froh darüber, dass ich nicht auf sie gehört habe.
Von Nuée habe ich gelernt, dass Schamgefühl meistens anerzogen ist, denn sie hatte so etwas noch nie.
Heute kann ich nicht wirklich sagen, dass ich mein Schamgefühl vermisse. Im Gegenteil.
Finde mich da bei Zoé wieder, da ich auch durch meine Eltern in der Hinsicht, was Scham und Nacktheit angeht, ziemlich bestimmt war. Erst nach meinem
Auszug von Zuhause, habe ich angefangen mich mit meinem Schamgefühl mehr zu beschäftigen. Ich bin unglaublich gerne Nackt, kann aber in vielen Situationen, Arzt, Sauna, FKK, auch beim Sport nicht immer klar von einem positiven Gefühl sprechen, weil es mich dann Schlichtweg überrollt.
Mit Tom zusammen oder wenn er in der Nähe ist fällt es mir leichter es zu genießen und es als Positiv zu erleben. Eltern können die Psyche einer sich entwickelnden Frau ganz schön durcheinander bringen, wenn sie es immer negativ besetzten.
Zoé, Du kannst froh sein, das Du dich gegen deine Mutter durchgesetzt hast und Nuée zur Freundin hast.
Ich für meinen Teil, kann noch keinen Rückgang des Schamgefühls bei mir feststellen. Es wird aber mittlerweile immer mehr zu einem positiven Erlebnis, das es im Bauch bei mir kribbeln lässt, manchmal sogar mit weichen Knien 🥰.