Geschichte schreiben: Ich suche noch anregungen! Thema: Demütigung und leichte Züchtigung von Mädche

  • Wenn die "Geschichte" im selben schlechten Deutsch geschrieben werden soll, wie dieser Beitrag hier, oder noch deutlicher, die "Umfrage", dann wird das Lesen selbiger wohl die grausamste Strafe werden.


    Abgesehen davon, dass ALLE genannten Optionen Schwachsinn sind, würde mich mal interessieren, was einen jungen Mann, oder überhaupt einen Mann dazu bewegt, sich diesen Gedanken hinzugeben...
    Was findet ihr an Gedanken über "echte" Misshandlungen (denn nichts weiter ist eine körperliche Züchtigung, die nicht im gegenseitigen Einvernehmen zwischen BDSM-Partnern stattfindet!) reizvoll, oder gar erotisch?
    Ich begreife es einfach nicht. Vielleicht kann mich da mal einer aufklären?

    Hier gibt es Leute, die im Namen der political Correctness ehrliche Menschlichkeit vernichten um sich zu profilieren.


    So lange diese wandelnde Beleidigung hier sein Unwesen treibt, bin ich hier weg!
    Ciao

  • Die sogenannten "Strafen" in der geschilderten Story waeren fuer eine Frau gewiss sexuelle Gewalt pur und tiefste Demuetigung, ergaenzt noch durch die Hoelle des erzwungenen Inzest. Vom maennlichen Blickwinkel aus bedeuten sie dagegen kaum mehr als belanglose Doktorspiele: Es werden Koerperoeffnungen untersucht und erogene Zonen misshandelt; direkt sexuelle Aktionen selbst in primitivster Form finden nicht statt. Es ist dieses Ungleichgewicht der Wahrnehmung, was mich daran am meisten erschreckt.


    Ich schliesse mich also meiner Vorrednerin an. Im uebrigen reicht es mir bereits, die Kurzfassung zu lesen, um mir vorzustellen, was eine Strafe ist ...


    @ Leseratte


    Frauen auf so gruendliche Weise demuetigen zu wollen, hat in meinen Augen zwei moegliche Gruende, die im Einzelfall vielleicht sogar zusammentreffen:


    1. Es ist eine Rachephantasie. Ein Mann, der von Frauen, die er begehrte, tatsaechlich oder vermeintlich immer wieder zurueckgewiesen wurde, koennte sich mit solchen Vorstellungen revanchieren wollen. Und selbst wenn er gar nicht so direkt und spuerbar betroffen ist oder war, wird er von der Maenner"gemeinschaft", in der sich ein solcher Typ ja auch oft bewegt, so oft bestaetigt und bestaerkt, dass er gleich auch noch die Rache der anderen vermeintlich zu kurz Gekommenen mit in Szene setzt, sozusagen als Raecher der ganzen Art.


    2. Es ist die Folge einer strukturellen Unreife. Dieser Typ Mann nimmt Frauen nicht als lebendige, fuehlende und ihm gleichwertige Menschen wahr, sondern als einen tittentragenden Einrichtungsgegenstand seiner Umwelt. Lebendige Frauen sind fuer ihn bedrohlich, unverstaendlich oder allenfalls schlecht funktionierend. Die Idealfrau dagegen ist eine willenlose Puppe aus Fleisch, mit der er voellig willkuerlich herumspielen kann.


    Ich finde es masslos traurig, dass "einseitige weibliche Nacktheit" hier immer wieder als Vorwand fuer Erniedrigungsfantasien herhalten muss, anstatt fuer (beiderseitige) Freude und den Genuss an etwas so Wunderbarem wie eben einer schoenen, nackten Frau.


    Nico S.

  • leseratte,
    denkst du, im bdsm-bereich haben die leute beim "vollzug" stets die gestelltheit der situation vor augen? ich denke nicht. der devote part z.b. wird wohl kaum die ganze zeit seine freiwilligkeit mitdenken. im gegenteil wird er sich in ähnliche situationen des zwangs hineinfantasieren.


    wirklich haarsträubend find ich aber den familienbezug. würde sich das alles in ner katholischen reformschule abspielen, wär das ne standard-fantasie. höchstens durchschnittspervers. aber welche mutter, vater, oma, opa würde seinen geliebten nachkommen so verkorksen wollen?


    achso: und der "gyn-stuhl"!!! steht der bei oma einfach so in der waschküche rum oder wie? :D

  • Auch wenn sie die Freiwiligkeit nicht immer mitdenken und, wie richtigerweise gesagt, gar nicht wollen, ist es halt doch ein Unterschied, wenn eine Zustimmung vorliegt.


    Ich zitiere Al Bundy: "Es ist meine eigene Schuld, ich habe gesagt ja, ich will." ;)

  • natürlich, notap! hab doch auch gar nix anderes gesagt...


    aber derartige erniedrigungs/demütigungs/unfreiwilligkeits-fantasien sind doch elementarer bestandteil beim bdsm; behaupte ich jetzt mal so ganz ohne empirische fundierung (ich schwöre :D)


    da irgend einen besonderen moralkodex der bdsmler ins feld zu führen (so wie leseratte es hat anklingen lassen), wos dann scheinbar nur darum geht, dem partner mit ganz viel empathie und gegenseitigem einverständnis und nem ganz kleinen bisschen schmerz vollkommen uneigennützig lust zu bereiten, find ich bestenfalls naiv.


    genauso problematisch ist es, ne direkte verbindung zwischen solchen fantasien und irgendwelchen charakterzügen a la "dieser typ mann" aufzumachen. ich fänd es ebenso plausibel, wenn der proband im "real-life" voll der sensible und mitfühlende mensch wäre und genau deshalb eben bei solchen (zugegeben ziemlich abgefahrenen) fantasien erregt würde. ich bezweifle aber, dass zwischen diesen ebenenen überhaupt sone zwingende kausale verbindung besteht

  • Zitat

    Original von kapuze
    da irgend einen besonderen moralkodex der bdsmler ins feld zu führen (so wie leseratte es hat anklingen lassen), wos dann scheinbar nur darum geht, dem partner mit ganz viel empathie und gegenseitigem einverständnis und nem ganz kleinen bisschen schmerz vollkommen uneigennützig lust zu bereiten, find ich bestenfalls naiv.


    Entweder kannst du nicht lesen, oder du willst nur provozieren...


    Eines kann ich dir jedoch versichern: Du wirst KEINE/N echte/n Dom finden, der/die lediglich die eigenen Gelüste im Kopf hat. Wenn du das glaubst, bist du reichlich schief gewickelt, liegst aber durchaus im Trend, denn dieser Fehlgedanke ist das wohl verbreitetste und hartnäckigste Gerücht rund um BDSM :rolleyes:

    Hier gibt es Leute, die im Namen der political Correctness ehrliche Menschlichkeit vernichten um sich zu profilieren.


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    Ciao

  • was? nein! ich will natürlich nicht blöde vor mich hin provozieren



    ich fands nur merkwürdig, wie du dir ernsthaft die frage stellen konntest, warum jemand beim gedanken an echte unfreiwillige "züchtigungen" geil wird und dann gleichzeitig den bdsm-bereich als gegenbeispiel ins feld führst...denn genau hier wirken doch derartige fantasien (ob von devoter oder dominanter seite aus) als gedankliches stimulans - vollkommen gleichgültig, wie diese dann im einvernehmlichen "spiel" umgesetzt werden


    das wars eigentlich


  • In der „normalen“ Literatur ist es nicht statthaft und sogar verpönt, von der Geschichte eines Autors auf sein Seelenleben oder gar seine sexualen Praktiken zu schließen, nur hier wird so getan, als ob da ein Zusammenhang bestünde. Natürlich wird dann auch die moralische Keule hervorgeholt, mit der man dann nach Belieben auf den „Perversen“ hauen kann: „alles Schwachsinn“, „masslos traurig“, „wirklich haarsträubend“, „rate ich zum Besuch eines geeigneten Therapeuten“.


    Mir scheint, hier wird geurteilt nach dem Motto: Alles, was der eigenen Moral widerspricht, muss niedergemacht werden - auf das man sich und seine eigenen Ansichten erhöhen kann.

    In Kleinigkeiten wundern wir uns nicht über die Geschmacksunterschiede. Aber sobald es sich um die Wollust handelt, geht der Lärm los. - Marquis de Sade in Justine oder die Leiden der Tugend

  • Deine Beiträge waren auch schon mal geistreicher, Erpan...
    Die durchgehende Polemik in diesem deinem Beitrag (einschließlich bewusst aus dem Zusammenhang gerissener Zitate) wirft exakt dein letzteres Fazit auf dich selbst zurück: Selbstüberhöhung durch Niedermachen des Anderen...


    Wir sind hier nicht an einem Politik-Forum und "Political Correctness" ist mir ein Gräuel.
    Du willst totale "Meinungsfreiheit" (einschließlich gewaltverherrlichender Auswüchse beliebiger Art)?
    Bitte... aber dann lass auch uns/mir die Meinung, dass diese Typen einen an der Klatsche haben :evil:

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    Ciao

  • Zitat

    Original von Leseratte
    Deine Beiträge waren auch schon mal geistreicher, Erpan...
    Die durchgehende Polemik in diesem deinem Beitrag (einschließlich bewusst aus dem Zusammenhang gerissener Zitate) wirft exakt dein letzteres Fazit auf dich selbst zurück: Selbstüberhöhung durch Niedermachen des Anderen...


    Wir sind hier nicht an einem Politik-Forum und "Political Correctness" ist mir ein Gräuel.
    Du willst totale "Meinungsfreiheit" (einschließlich gewaltverherrlichender Auswüchse beliebiger Art)?
    Bitte... aber dann lass auch uns/mir die Meinung, dass diese Typen einen an der Klatsche haben :evil:


    Ich finde Erpan hat gar nicht so unrecht. Natürlich ist es einfach von Geschichten auf die Autoren dahinter zu schließen- und ist in Amateurkreisen wie diesen hier auch (verständlicherweise) durchaus üblich. Ob man aber immer damit richtig liegt und ob es überhaupt korrekt ist diese Rückschlüsse zu ziehen bezweifle ich doch arg.


    Andererseits lässt der Kommentar von hihi12345 in diesem Fall auch nur wenig Interpretationsfreiraum was die Vorlieben von ihm angehen...

  • Zitat

    Original von Erpan
    In der „normalen“ Literatur ist es nicht statthaft und sogar verpönt, von der Geschichte eines Autors auf sein Seelenleben oder gar seine sexualen Praktiken zu schließen, nur hier wird so getan, als ob da ein Zusammenhang bestünde. Natürlich wird dann auch die moralische Keule hervorgeholt, mit der man dann nach Belieben auf den „Perversen“ hauen kann: „alles Schwachsinn“, „masslos traurig“, „wirklich haarsträubend“, „rate ich zum Besuch eines geeigneten Therapeuten“.


    Mir scheint, hier wird geurteilt nach dem Motto: Alles, was der eigenen Moral widerspricht, muss niedergemacht werden - auf das man sich und seine eigenen Ansichten erhöhen kann.


    Da ich mich in meinen Aussagen nicht auf eine Geschichte beziehe, sondern in ganz allgemeiner Form auf eine zuvor von Leseratte gestellte Frage eingehe, greift deine Kritik da etwas kurz. Ferner ist es - gerade in diesem Fall - nicht notwendigerweise der Autor (den es sozusagen gar nicht gibt), über den ich spreche, sondern es sind die Motive und Handlungen der prospektierten Figuren.


    Die im Beitrag eingefügten Zitate sind übrigens recht großzügig zusammengesucht; von Perversen, die zum Therapeuten gehen sollten, habe ich gewiss nirgends geschrieben.


    Doch nach diesen Richtigstellungen - und unter Auslassung der sich anbietenden Retourkutsche - will ich gar nicht weiter ausweichen:


    Ja, ich stehe dazu, dass eine gewisse Art, Frauen als willenlose Fleischpuppen darzustellen, wie man es im SB leider immer wieder mal lesen kann, mir gewaltig gegen den Strich geht.


    Und ich sehe auch keinen Fehler darin, dazu recht eindeutig Stellung beziehen. Da mag man mich dann gern meiner eigenen Moral beschuldigen. Wer meint, unter dem Mantel der persönlichen und künstlerischen Freiheit genussvoll die Erniedrigung von Menschen abfeiern zu dürfen, wird in mir keinen neutralen oder gar wohlwollenden Kritiker finden.


    Nico S.

  • Zitat

    Original von NicoS
    Die im Beitrag eingefügten Zitate sind übrigens recht großzügig zusammengesucht; von Perversen, die zum Therapeuten gehen sollten, habe ich gewiss nirgends geschrieben.


    Und ich habe mir die Aussage mit dem Therapeuten nicht aus den Fingern gesogen: Du hast das gesagt zu einer Geschichte eines Autors, doch dieser Kommentar ist jetzt nicht mehr da. Jedenfalls: Die Suche nach dem „Therapeuten“, bringt nur noch diesen Thread hier.


    Zitat

    Original von NicoS
    Ja, ich stehe dazu, dass eine gewisse Art, Frauen als willenlose Fleischpuppen darzustellen, wie man es im SB leider immer wieder mal lesen kann, mir gewaltig gegen den Strich geht.


    Das bleibt dir unbenommen, aber solche Ansicht macht es dir schwierig, wenn nicht unmöglich, über die literarische Qualität, falls es sie gäbe, unabhängig zu urteilen.


    Zitat

    Original von NicoS
    Und ich sehe auch keinen Fehler darin, dazu recht eindeutig Stellung beziehen. Da mag man mich dann gern meiner eigenen Moral beschuldigen. Wer meint, unter dem Mantel der persönlichen und künstlerischen Freiheit genussvoll die Erniedrigung von Menschen abfeiern zu dürfen, wird in mir keinen neutralen oder gar wohlwollenden Kritiker finden.


    Eben. Du sagst es selbst: Die Moral steht über allem. Auch wenn das, was hier abgeliefert werden kann, nur Worte sind.


    Leider gibt es dieser Republik zu viele, die so denken – und verhindern damit womöglich gute literarische Werke in deutscher Sprache. Ich will nicht sagen, dass das hier der richtige Ort dafür ist, aber möglich wäre es, schließlich haben auch große Schriftsteller mal klein angefangen.


    Es ist sicher kein Zufall, dass es keinen Autor deutscher Zunge gibt, der auf dem Gebiet der Erotik einem Henry Miller, einer Anaïs Nin, einer Pauline Réage (Geschichte der O - steht bei uns auch nach beinahe 50 Jahren immer noch auf dem Index), einem Vladimir Nabokov, William Seward Burroughs (Naked Lunch, war in Deutschland lange nur zensiert erhältlich), einem Jean Genet oder einem Bret Easton Ellis (American Psycho) das Wasser reichen könnte.


    Solche Autoren gibt es bei uns nicht, weil sie, würden sie in ihrer Zeit ähnlich schreiben wie die oben genannten, von der deutschen Kritik in der Luft zerrissen und wahrscheinlich sogar mit Strafprozessen überzogen würden. Eben weil Moral bei uns über allen steht. Sogar über Wörtern.

    In Kleinigkeiten wundern wir uns nicht über die Geschmacksunterschiede. Aber sobald es sich um die Wollust handelt, geht der Lärm los. - Marquis de Sade in Justine oder die Leiden der Tugend

  • Erpan, er geht hier nicht um "Literatur". Es geht um eine Antwort auf diese Frage:


    "Abgesehen davon, dass ALLE genannten Optionen Schwachsinn sind, würde mich mal interessieren, was einen jungen Mann, oder überhaupt einen Mann dazu bewegt, sich diesen Gedanken hinzugeben..." (Leseratte)


    Ferner ist es wirklich zweierlei Maß, das du anlegst. Du meinst, ein Autor dürfe schreiben, was ihm gerade in den Sinn kommt - gleichgültig ob er damit elementare Rechtsverletzungen ausbeutet - der Kritiker aber dürfe keine Position beziehen und habe gefälligst, auch und gerade wenn ihn moralische Bedenken plagen, das Maul zu halten.


    Erpan, sorry, aber das ist Bullsh..


    Und vielleicht denkst du mal über einen Punkt nach: Ginge es mir einfach ums Unterdrücken, und wäre ich tatsächlich so ein haltloser Moralist, würde ich diese Machwerke nicht kommentieren, sondern einfach löschen.


    Nico S.

  • Zitat

    Original von NicoS
    Erpan, er geht hier nicht um "Literatur".


    Natürlich geht es um Literatur, und da vor allem um die Frage, was man schreiben darf und was nicht – du selbst hast in deinem ersten Posting in diesem Thread geschrieben: „Die sogenannten "Strafen" in der geschilderten Story waeren fuer eine Frau gewiss sexuelle Gewalt pur und tiefste Demuetigung, ergaenzt noch durch die Hoelle des erzwungenen Inzest.“, um anschließend bei dem Autor der noch nicht geschriebenen Story eine mögliche strukturelle Unreife zu vermuten.


    Zitat

    Original von NicoS
    Ferner ist es wirklich zweierlei Maß, das du anlegst. Du meinst, ein Autor dürfe schreiben, was ihm gerade in den Sinn kommt - gleichgültig ob er damit elementare Rechtsverletzungen ausbeutet - der Kritiker aber dürfe keine Position beziehen und habe gefälligst, auch und gerade wenn ihn moralische Bedenken plagen, das Maul zu halten.


    Nein, wie dem Autor, so steht auch dem Kritiker jedes Recht zu, zu schreiben, was er für richtig hält. Aber ob das Geschriebene Gehör findet und von der Leserschaft goutiert wird, steht auf einem anderen Blatt.


    Ich stehe auf den Standpunkt: Die Gedanken sind frei. Du siehst das offensichtlich anders, denn du möchtest, dass sich ein Autor in Selbstzensur übt: Erlaubt seien nur Gedanken oder Fantasiewelten, die die Grenzen der jeweils herrschenden Moral nicht überschreiten. Darauf habe ich literarische Beispiele gebracht, die in ihrer Zeit grenzüberschreitend waren, und dazu bemerkt, dass diese nicht zufällig aus Ländern kamen, die liberaler gegenüber Künsten sind.


    Zitat

    Original von NicoS
    Ginge es mir einfach ums Unterdrücken, und wäre ich tatsächlich so ein haltloser Moralist, würde ich diese Machwerke nicht kommentieren, sondern einfach löschen.


    Du machst deine Sache als Moderator gut, daran habe ich nie gezweifelt. Trotzdem muss es erlaubt sein, Widerspruch einzulegen, wenn, wie in diesem Fall, jemand abgekanzelt wird, nur weil er ein paar Gedanken offenbarte, die jenseits des Mainstreams sind.

    In Kleinigkeiten wundern wir uns nicht über die Geschmacksunterschiede. Aber sobald es sich um die Wollust handelt, geht der Lärm los. - Marquis de Sade in Justine oder die Leiden der Tugend

  • "Widerspruch" ja - "Einspruch" nein.


    Du kannst gerne lang und breit kundtun, dir habe dieselbe Geschichte supergut gefallen. Das aber hast du nicht getan, sondern stattdessen (noch dazu reicchlich polemisch) diejenigen angegriffen, die sich negativ geäußert haben.


    Also: immer schön konsistent bleiben in dem, was man schreibt ;)

    Hier gibt es Leute, die im Namen der political Correctness ehrliche Menschlichkeit vernichten um sich zu profilieren.


    So lange diese wandelnde Beleidigung hier sein Unwesen treibt, bin ich hier weg!
    Ciao

  • Zitat

    Original von Erpan
    Trotzdem muss es erlaubt sein, Widerspruch einzulegen, wenn, wie in diesem Fall, jemand abgekanzelt wird, nur weil er ein paar Gedanken offenbarte, die jenseits des Mainstreams sind.


    Siehst du, das ist interessant: Ich persönlich habe die dunkle Vermutung, dass es immer noch ganz und gar innerhalb des "Mainstreams" von Männern liegt, Frauen vor allem über ihre Rolle und ihren Wert als Sexualobjekt wahrzunehmen. Das lässt sich in den Bildkommentaren hier tagtäglich verfolgen, ebenso wie in jedem xbeliebigen Männergespräch. Gerade gibt auch die aktuelle Diskussion im Vorfeld der Frauen-Fußball-WM mir da recht: Wo im Männerfußball, von ganz wenigen einzelnen Ausnahmen abgesehen, spielt z.B. das vorhandene oder nicht vorhandene attraktive Aussehen eines Spielers eine Rolle?


    Ich behaupte nicht einmal, davon selbst völlig frei zu sein. Allerdings achte ich die "Objekte" meiner Begierde eben auch als Menschen und interessiere mich für ihre eigenen Motive, Wünsche und Eindrücke und nicht ausschließlich für die möglichst rücksichtslose Umsetzung meiner Lustfantasien, und sei es in vermeintlich unschädlicher, literarischer Form.


    Um da ganz klar zu sein: Für mich steht literarische oder sonstige künstlerische Freiheit nicht über der Menschenwürde. Und wo ihre Verletzung dargestellt wird - was ja gar nicht grundsätzlich ausgeschlossen ist - müssen sich Kunstwerk wie Schöpfer dennoch einige sehr eindringliche Fragen nach dem Rahmen und Verhältnis gefallen lassen, vor allem wenn diese Darstellung einen unreflektierten, gar bejahenden Charakter annimmt.


    Nico S.

  • Zitat

    Original von Leseratte
    Du kannst gerne lang und breit kundtun, dir habe dieselbe Geschichte supergut gefallen. Das aber hast du nicht getan, sondern stattdessen (noch dazu reicchlich polemisch) diejenigen angegriffen, die sich negativ geäußert haben.


    Von was für Geschichte sprichst du? Hier geht es doch zunächst einmal nur um eine Umfrage, deren Fragestellung du nicht gut findest – schon vergessen?


    Zitat

    Original von NicoS
    Ich persönlich habe die dunkle Vermutung, dass es immer noch ganz und gar innerhalb des "Mainstreams" von Männern liegt, Frauen vor allem über ihre Rolle und ihren Wert als Sexualobjekt wahrzunehmen. Das lässt sich in den Bildkommentaren hier tagtäglich verfolgen, ebenso wie in jedem xbeliebigen Männergespräch. Gerade gibt auch die aktuelle Diskussion im Vorfeld der Frauen-Fußball-WM mir da recht: Wo im Männerfußball, von ganz wenigen einzelnen Ausnahmen abgesehen, spielt z.B. das vorhandene oder nicht vorhandene attraktive Aussehen eines Spielers eine Rolle?


    Du vergisst: Es sind vor allem Frauen selbst, die sich über ihr Aussehen definieren – sonst hätten die ganzen Frauenzeitschriften, die mehrheitlich Mode- und Kosmetiktipps bringen, keinen Markt.


    Zitat

    Original von NicoS
    Ich behaupte nicht einmal, davon selbst völlig frei zu sein. Allerdings achte ich die "Objekte" meiner Begierde eben auch als Menschen und interessiere mich für ihre eigenen Motive, Wünsche und Eindrücke und nicht ausschließlich für die möglichst rücksichtslose Umsetzung meiner Lustfantasien, und sei es in vermeintlich unschädlicher, literarischer Form.


    Ein Schriftsteller, der sich Gedanken über die Folgen seines Tuns machte, wäre in dem Augenblick keiner mehr. Glücklicherweise sind die fast alle gegen Ende des 19ten Jahrhunderts ausgestorben. Bedenke: Soll man einen Mord nicht schildern, nur weil da eine potentielle Gefahr besteht, jemand könnte das Geschilderte im wirklichen Leben nachahmen?


    Zitat

    Original von NicoS
    Für mich steht literarische oder sonstige künstlerische Freiheit nicht über der Menschenwürde. Und wo ihre Verletzung dargestellt wird - was ja gar nicht grundsätzlich ausgeschlossen ist - müssen sich Kunstwerk wie Schöpfer dennoch einige sehr eindringliche Fragen nach dem Rahmen und Verhältnis gefallen lassen, vor allem wenn diese Darstellung einen unreflektierten, gar bejahenden Charakter annimmt.


    Du meinst: Sollte jemand eine Geschichte nach einer wahren Begebenheit, in der es zu Verletzung der Menschenwürde gekommen ist, schreiben, so hat er auf die Details möglichst zu verzichten, und dies umso mehr, wenn die realen Vorkommnisse – und damit auch die in der Geschichte – die Verletzungen der Menschenwürde als gerechtfertigt angesehen werden müssten (Beispiel: Ein sadistischer und tyrannischer Vater, der jahrelang die ganze Familie terrorisierte, wird von dieser schließlich brutal umgebracht).


    Was ich sagen will: Wenn man Verbrechen aus Sicht des Täters schildert, dann nehmen diese Verbrechen notgedrungen ein bejahendes Charakter an, doch im Gesamtbild wird hoffentlich jedem Leser klar, dass dieses Bild das eines Menschen ist, der jeden Sinn für Realität verloren hat.


    Ich habe da „hoffentlich“ geschrieben, denn natürlich kann der Schreiber nicht ausschließen, dass jemand das nicht so sieht und alles für bare Münze nimmt.

    In Kleinigkeiten wundern wir uns nicht über die Geschmacksunterschiede. Aber sobald es sich um die Wollust handelt, geht der Lärm los. - Marquis de Sade in Justine oder die Leiden der Tugend

  • Dass die Schilderung von Verbrechen - wie man sie heute überall in der Literatur und in zahllosen Filmen besichtigen kann - aus der Sicht der Täter eine gewissermaßen bejahende Erzählhaltung erfordert, ist mir durchaus bewusst.


    Darin sind wahre Begebenheiten auch ein Spezialfall, der - wie ich doch sehr hoffe - im Rahmen der von hihi umrissenen Story keine Rolle spielt.


    Doch wenn ich bei einer aus freien Stücken erfundenen Story jedes Fehlen von Gespür für die - aus der Perspektive des Opfers - entwürdigende Bedeutung der da erfundenen Handlungen erkenne und dann die Frage beantworte, wie jemand wohl zu einer solchen Erfindung kommt ... dann werde ich meine Gedanken ebenso frei lassen wie der Autor dies mit seinen getan hat. :]


    Nico S.

  • Ich konnte zwar den Anlaß der ganzen Diskussion nicht im Original lesen (er scheint gelöscht worden zu sein?), aber aus den Kommentaren meine ich, zumindest sinngemäß rauslesen zu können, um was es ging.
    Ich bin zwar für FAST jede Art der Sexualität offen, aber ich halte jegliche sexuelle Aktivität, die nicht in beiderseitigem Einverständnis erfolgt, und bei der folglich auch lediglich EINE Seite sexuelle Erregung oder Erfüllung findet, für abartig oder zumindest nicht akzeptabel.
    Völlig unakzeptabel ist für mich allerdings selbst bei vermeintlichem (!) Einverständnis Sex von Erwachsenen mit Kindern und Jugendlichen und Sex der mit körperlichen Verletzungen verbunden ist.
     
    In diesem Sinne stimme ich den Äußerungen von Leseratte aber vor allem NicoS absolut zu.