The Script System von Nordsee-Brise

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    Interessante Idee.


    Die Situation des Ausziehens ist eher als Schock beschrieben. Was durchaus verständlich ist.
    Aber irgendwie schade/wenig für den Leser.
    Und vom Extrem "Schock- Nichts" gehts ohne für mich nachvollziehbare Überleitung zum Extrem "Schamlos, egal ich machs mir".
    Alles wird gewollt übertrieben, unrealistisch.
    Das Ende krönt.


    Dem einen wirds gefallen, den anderen wirds wundern.

  • Die Grundfantasie hinter der Story ist sicher aus den inzwischen zahlreichen im SB veröffentlichen Bildern wie 68382/68383/68089/68090 entlehnt, was grundsätzlich erstmal begrüßenswert ist.


    Doch eben diese Fantasie geht dem Autor in seiner wenig realistischen aber anfangs durchaus noch erotischen Story alsbald durch. Zu schnell lässt er aus der zunächst stark irritierten, verschämten Protagonistin eine Frau entstehen, die mit sämtlichen gesellschaftlichen Normen ohne inneren Kampf bricht, sich dem Schicksal ihrer einmonatigen Nacktheit mehr oder weniger gefühlslos ergibt und zur Schamlosen mutiert. Bereits der Beschriftung ihres nackten Körpers im Nebenzimmer durch einen Mann entgeht sie ihrer Gefühlswelt, indem sie sich wie in "Trance" willenlos - geschockt - und dadurch ungeniert wie ein Püppchen von ihm ausziehen und bemalen lässt.


    Die Icherzählerin lässt nichts an sich heran, wirkt eher männlich als weiblich und konstruiert sich am Leser vorbei. Die beiden Mails frischen die ansonsten eintönige Geschichte jedoch auf.

  • Ich hatte mir zwei Anfangs-Gags überlegt, aber es kam noch schlimmer.... Trotzdem:


    1. Wann ist eine Geschichte 'frei erfunden'? Und inwieweit ist sie das noch, wenn sie auf realen Ereignisen basiert?


    2. Was würde passieren, wenn jemand stattdessen hinschreiben würde "Figur XY ist Tante Emma nachempfunden. Sie hat eine Körpergröße weniger, aber genauso große Brüste. Und von Herrn Meyer, den ich Figur Z. gewidmet habe, möchte ich mich ähnlich *** lassen, wie meiner Verkörperung in der Geschichte." Ernsthaft: Welche Sinn hat diese Schein-Authenzitität, wenn das Mittel so abgegriffen ist wie eine Tageszeitung im Cafe?


    Sprachlich ist die Geschichte eine Katrastrophe an der Grenze zur Lesbarkeit. Die Groß- und Kleinschreibung ist fehlerhaft, es fehlen neben Interpunktionen vor allem Wörter. Ich hatte nach einem Absatz keine Lust mehr zu lesen. Und die Story ist auch nich neu - die Beschriftung wurde von Künstlern schon mehrfach eingesetzt. Ich finde die Geschichte auch nicht erotisch und jegliche Stimmung geht inmitten der Sprache unter. Nein.

    Kommentatorin aus Leidenschaft :-)

    Frei nach Erich Kästner (Theorie) und Klaus Mann (Praxis):

     Schreibe nur über Dinge, die du selbst erlebt hast. Aber pass auf, dass sich keiner wieder erkennt :P

  • Die Idee ist an und für sich gut.
    Die Umsetzung ehr weniger.
    Der Schnitt zwischen den ersten Tag und dem Ende des Projekts ist zu plötzlich.
    Was passiert in der Zwischenzeit. So einen radikalen Wechsel nimmt niemand einfach so mehr oder weniger emotionslos hin.
    Wie regiert der Teilnehmer/die Teilnehmerin, wie wächst er/sie in die neue Rolle hinein, wie reagiert das Umfeld, die Öffentlichkeit.
    Das alles fehlt.