Immer die Neue von Carmen10

  • Für mich persönlich eine der schönsten Geschichten der letzten Zeit. Einmal, weil hier auf eine lockere, ideen- und abwechslungsreiche Weise wirklich (und durchdacht) etwas erzählt wird, und zum anderen, weil es bis zum Schluss - sowohl sprachlich als auch in der Handlung - natürlich und überzeugend bleibt. Die Stimmung kippt nicht, auch nicht an den Stellen, an denen oft durch derbe Wortwahl oder ausufernde Handlung ein vermeintlicher Höhepunkt geschaffen werden soll, der eigentlich immer in die Hose geht. Aber das ist wohl eine Zielgruppenfrage ...
    Hier aber sind ohne Pauken und Trompeten starke Szenen entstanden, die gerade deshalb eine erotische Stimmung sich entfalten lassen, ohne sie durch Übertreibung oder Überbetonung im Vergleich zur restlichen Handlung gleich wieder zu zerstören. Es bleibt Zeit zum Atmen, zum Einfühlen, weil eben auch die Gefühle und Gedanken der Hauptperson nicht zu kurz kommen. Der innere Zwiespalt, sich zeigen zu wollen, etwas auszuprobieren, aber sich im entscheidenden Moment vielleicht doch nicht zu trauen; die Frage, wie man sich verhalten soll, ohne zu auffällig zu wirken; der Reiz, ausgeliefert zu sein, aber dabei doch nicht ganz die Kontrolle verlieren zu wollen - das alles ist absolut treffend beschrieben.
    Schade, dass es wohl keine Fortsetzung geben wird. Hätte sie gern gelesen und Stoff für weitere Episoden (ob nun wahr oder nicht) bietet sich ja eigentlich reichlich an. Aber okay, da soll man ja niemandem reinquatschen. Aber vielleicht gibt es ja irgendwann einmal eine neue Geschichte... ;-)

  • Danke für deine Worte, wir haben es als Lob empfunden. Eigentlich war das nicht sooo schwer, mit dem schreiben, wir konnten uns alle mit unserern Ideen einbringen und wenn man sich "in und auswendig" kennt, ist das auch kein Problem, wenn man schon mal anderer Meinung ist. Aber wenn es aus dem Herzen kommt, ist doch immer alles gut, oder?
    Also was die "Fortsetzung" angeht... wir hatten zuallererst überlegt, ob wir die gleiche Geschichte, also unser Zusammenfinden, aus vier verschiedenen Richtungen erzählen sollen. Aber da hat sich schnell herausgestellt, dass es dann Gisa und Elisabeth gegenüber ungerecht werden würde. Und so haben wir nur aus Carmens Sicht geschrieben. In den bald fünf Jahren, die wir uns nun kennen hat es eine Menge "Unfug" unsererseits gegeben. Also wir sind uns schon einig, dass wenn die Resonanz auf unsere erste Geschichte stimmt, wir uns in das nächste Abenteuer stürzen wollen. Das hat schon Spaß gemacht, so Abends zu sitzen, zu bechern, zu schreiben, klar, andere Dinge haben wir auch dabei getan (lach).
    Also nochmal danke für deine aufmunternden Worte und... was bedeutet s beim Girl?
    Für den Rest des chaotischen Vereins
    Birte

  • ...die Geschichte auch sehr gut und habe gleich mal 10 Punkte dafür vergeben. Gleich am Anfang ihres Erscheinens.
    Ich fand es auch ziemlich merkwürdig, dass sie so lange einfach ignoriert wurde.
    Dazu habe ich aber erstmal nichts geschrieben, weil ich den Laden hier ja kenne. Man hätte sie sofort heruntergewertet.
    Warum wurde sie ignoriert?
    Na, weil bestimmte Stichwörter, wie z.B. "großer Schw..." darin nicht vorkommen und eben weil sie gut ist und vor allem, weil sie nicht von den Stammschreibern hier verfasst worden ist.


    Außerdem verstößt sie aber auch noch gegen die ungeschriebenen Geschichtenregeln hier, weil sie einige Mängel aufweist. Sehr wesentliche Mängel.
    1. Die Geschichte ist ehrlich und wahr.
    2. In der Geschichte können Frauen, bzw. Mädchen selber denken und selbständig handeln wie Frauen es tun.
    3. In der Geschichte schämt sich keine Frau, dass sie eine Frau ist.
    4. In der Geschichte gibt es keinen richtigen Männergott mit riesigem Dödel auf den eine oder alle Weiber scharf wie Pumakacke sind.


    Also hier noch mal die ungeschriebenen Gesetze dieser Kommunity:


    - Frauen und Mädchen sind doof und fromm.
    - Frauen sind immer und überall nackt. Vor allem in der Schule. Lehrerinnen natürlich auch.
    - Frauen tun nur, was Männer und ganz besonders Machos ihnen sagen. Das tun sie auch dann, wenn der Macho gar kein Mann, sondern nur ein dämlicher grüner Angeber ist. Dann erst recht.
    Frauen schämen sich ständig.
    a) wenn sie nackt sind
    b) weil sie nackt sind.
    c) weil sie gleich nackt sind
    d) weil sie immer noch nicht nackt sind.
    e) auch dann, wenn sie schon seit 3 Tagen und länger unter lauter angezogenen Männern nackt sind.
    f) Frauen schämen sich einfach immer, weil sie sich eben zu schämen haben. Basta.
    g) weil sie keine richtigen Menschern sind, sondern nur tierische Fick-Seegurken und Tittenschwinger.
    h) besonders tief haben sie sich zu schämen, wenn sie noch Haare an der Musch, keine Tattoos und Piercings haben. Dann sind sie Unterfrauen.


    Frauen möchten ständig durchgefi*** und mit Sperma bespritzt werden.
    Ach ja: Frauen rennen ständig in den Schuhladen und müssen zwanghaft jeden Karton öffnen, weil sie glauben, sie hätten das Dingesda zwischen den Beinen, das die richtigen Menschen haben, irgendwann mal beim Schuhe Anprobieren versehentlich verloren.


    Wenn du diese Regeln auch noch einhältst, dann bist du hier genau richtig.
    Dann fallen deine Geschichten hier in der Einheitssoße gar nicht mehr auf, werden vom ersten besten analphabetischen Stichwortscanner mit 10 bewertet und der Rest schließt sich dann einfach an, weil er zu faul zum Lesen ist.
    So ist das.
    Leider

  • So hart du es auch ausgedrückt hast, ladywalk, zumindest große Teile deiner Kritik sind durchaus gerechtfertigt.


    Vor allem in Bezug auf die Bewertung von Geschichten scheinen sich die meisten doch an die REgeln, die du erwähnt hast, zu halten. Allerdings darf man das sicherlich nicht verallgemeinern. In der letzten Zeit ist das Niveau zumindest hier im Forum doch angestiegen und die meisten Geschichten werden von Usern kommentiert, die beide Hände beim lesen der Story über der Tischkante hatten. Das trifft aber auch nur auf die meisten Kommentare zu.


    Jedoch ist es wohl in einer offenen Internet-Comunity wie sb.de schlicht und ergreifend unmöglich, das Niveau hochzuhalten, und niemand kann es Leuten verbieten, hier Wivolas zu veröffentlichen, die ihnen gefallen. Auch wenn dabei zum Teil um die pure Misogynie handelt. Und man kann auch niemandem, dem so Geschichten gefallen, verbieten sie nach ihrem Geschmack zu bewerten.

  • für Otto-Normalverbraucher und mich:


    Marcus Tullius Cicero berichtet, dass die griechische Philosophie Misogynie als die Äußerung einer Angst sah (siehe Gynophobie).


    In feministischen Theorien wird vorgebracht, die Misogynie sei sowohl als Ursprung als auch als Konsequenz von persistenten patriarchalen Strukturen in vielen Gesellschaften zu erkennen. Speziell im Feminismus wird zum Teil die Auffassung vertreten, die Diskriminierung von Frauen beruhe auf einer männlichen Misogynie. Zwar wird in der Literatur über den Feminismus ebenso zwischen Misogynie, Frauenfeindlichkeit und Antifeminismus unterschieden, gelegentlich werden diese Begriffe aber auch synonym verwendet.


    Rolf Pohl wendet dagegen ein, Meist seien die Handlungsmuster jedoch subtilerer unbewusster Natur.dass viele Männer Frauen als eine Bedrohung wahrnähmen, besonders solche Frauen, die eine alternative soziale Rolle von Weiblichkeit lebten. Bei einigen Männern äußere sich das in Gewalt und offener Diskriminierung gegen Frauen.


  • Mal abgesehen davon dass ich keine Ahnung habe wer Rolf Pohl ist;
    Was willst du uns mit diesem Ausschnitt aus der allwissenden Enzyklopädie sagen?

  • @ Carmen bzw. Birte:


    Es war auch als Lob gemeint ;-)


    Die Idee, die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven zu erzählen, ist im ersten Moment immer durchaus reizvoll, geht aber meistens auch schief. Man verzettelt sich schnell, neigt zu Wiederholungen und sowas. Carmens Sicht war da schon die beste Wahl, weil sie wohl auch drumherum am meisten zu erzählen hatte (die Umzüge, die Situation in der neuen Schule), alternativ hätte ich mir allenfalls noch Birtes Perspektive ganz gut vorstellen können.
    Ansonsten ist die Methode "reinstürzen & Spaß haben" genau der richtige Weg!


    Zum "S": Was ich mir damals dabei gedacht habe, weiß ich gar nicht mehr so genau. Wahrscheinlich war einfach "Steffi" schon belegt und ich wollte mich nicht zur Nummer 2 machen lassen ... :-)

  • @ LadyWalk


    Was für starker Kommentar! Man könnte die Liste eigentlich sogar noch erweitern, es allerdings wohl kaum besser auf den Punkt bringen. Insofern sprichst Du mir absolut aus dem Herzen. Andererseits gibt es halt doch immer wieder Lichtblicke und ich will diese "Einheitssoße" einfach auch nicht akzeptieren müssen. Etwas ändern würde sich aber wohl nur, wenn sich mehr Leute, die ähnlich denken, auch zu Wort melden und so die vermeintliche Mehrheitsmeinung bzw. den Publikumsgeschmack relativieren.


    Ich find's übrigens auch ziemlich schade, dass die weiblichen Mitglieder im Forum total unterrepräsentiert sind. Das mag eine Folge des oben beschriebenen Zustands sein, führt aber meiner Meinung nach genau wieder in ihn hinein. Und das ist besonders ärgerlich, wenn man an das eigentliche Thema der Seite denkt.


    Was das Bewertungssystem angeht, konnte mir eigentlich auch noch niemand überzeugend erklären, warum man es nicht einfach abschafft. Es ist ja offensichtlich auch weiterhin zum Großteil ein Manipulationsinstrument - oder wird jedenfalls missbraucht. Und das ist letztlich sowohl den Autoren als auch den an guten Geschichten interessierten Lesern gegenüber einfach unfair.

  • Man muss einfach ein paar Dinge im Hinterkopf behalten, wenn man sich Gedanken über Bewertungen und "Niveau" macht.


    Die meisten Stories hier werden von Männern geschrieben, von denen sich nicht wenige als Frau ausgeben.
    Manche dieser männlichen Frauen spielen ihre Rolle hinreichend gut, viele eher weniger.
    Das fällt in der Masse aber gar nicht so sehr ins Gewicht, da auch die meisten Besucher dieses Laientheaters Männer sind...... von denen sich ebenfalls manche mehr, manche weniger überzeugend als Frau ausgeben.
    Die "Regeln", die 'LadyWalk' oben genannt hat, sind nichts weiter als Männerfantasien.... wen wundert es also wirklich, dass eben diese bei den weit überwiegend männlichen Konsumenten zum großen Teil Anklang finden und dass sich dieses auch in der Bewertung niederschlägt?


    Jetzt könnte man natürlich hergehen und sich Gedanken darüber machen, woher dieses Frauenbild der Männer stammt, oder warum sich offenbar so viele Männer die Frauen so wünschen, wie sie hier oft dargestellt werden... fragt sich nur: Wozu? Es wird sich nichts daran ändern; mal ganz abgesehen davon, dass nur ein winziger Bruchteil der Leser auch hier im Forum aktiv ist...


    Das Bewerten komplett abzuschalten fände ich dennoch nicht sonderlich gut, denn "Applaus ist das Brot des Künstlers" und ein paar wenige Kommentare im Forum, das von den meisten nichtmal besucht wird, sind zu magere Kost... da sind die Zahlen, die direkt neben der Geschichte stehen - so wenig sie in Wirklichkeit auszusagen vermögen - dennoch weit befriedigender...

    Hier gibt es Leute, die im Namen der political Correctness ehrliche Menschlichkeit vernichten um sich zu profilieren.


    So lange diese wandelnde Beleidigung hier sein Unwesen treibt, bin ich hier weg!
    Ciao

  • Offensichtlich hast du wieder mal den "worst case" gewählt bei der Interpretation meines Beitrages...


    Zur Verdeutlichung:
    Nicht das von dir Geschriebene selbst ist die Männerfantasie, sondern das, was du beschreibst.
    Es ist die Zusammenfassung dessen, wie sich ein Großteil der männlichen Nutzerschaft die Frau vorstellt oder wünscht. Zwar überspitzt dargestellt, aber sowas nennt man ja auch "pointiert" ;)


    Frauen und Männer haben zwar vor dem Gesetz (größtenteils) die gleichen Rechte, aber sie SIND nunmal nicht gleich!
    ICH habe das längst akzeptiert (oder sollte ich sagen "hingenommen"?) und für mich meine Schlüsse daraus gezogen... ich denke nicht, dass man mir das vorwerfen kann...

    Hier gibt es Leute, die im Namen der political Correctness ehrliche Menschlichkeit vernichten um sich zu profilieren.


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    Ciao

  • also ganz ehrlich, das wirkt jetzt so, als würdet ihr euch demnächst gegenseitig die Hälse umdrehen wollen. Also das war eigentlich nicht unser Intresse, als wir nachfragten, wie das denn so abgeht hier. Wir wollten nur sehen, ob unsere Geschichte gerne gelesen wird und wie man das denn feststellen kann, ob eine Geschichte gerne gelesen wird.
    Also unsere Bitte an alle Teilnehmer... geht doch was friedlicher miteinander um! Wir wollen nicht der Auslöser für irgendwelche Debatten sein, wir wollen nur, naja Leben, wie ihr auch! Und Spaß haben, aber kein Gezanke!


    Trotz allem, da waren jetzt schon ein paar interessante Hinweise bei, was wie warum bewertet wird. Danke an euch alle, wir können nicht jeden Gedanken so verstehen, geschweige denn umsetzen, einfach, weil der (Gedanke) nichts für uns war, aber zumindest mal sehen, dass wer sich überhaupt solchige gemacht hat (Gedanken) ist uns viel wert!!!!!


    Bleibt nett zu einander


    Carmen für
    Carmen-und-Co

  • Keine Angst.
    Wir verstehen uns viel besser, als du glaubst.
    Wir sind es eben nicht gewohnt, erst lange um den heißen Brei herumzureden.
    Ist auch gut so.
    Wir werden uns bestimmt nicht an den Hals gehen.
    Das hatten wir mal hier und das soll auch nicht wieder kommen.
    Also: Keine Sorge


    Leseratte :
    Ich habe dich schon genau richtig verstanden, schon vor deiner erläuterung.
    Du müsstest das ja eigentlich wissen. Da war gar keine Ironie

  • Lady :
    Wir kennen uns jetzt zwar schon ziemlich lang, auch wenn wir beiden speziell noch nicht allzuviel direkt miteinander zu tun hatten, aber gerade deswegen ist in der reinen Schriftform nicht zu unterscheiden, ob es sich jetzt gerade um Ironie/Sarkasmus, Verletztheit oder Verbitterung handelt. Ich kann nur lesen, was du schreibst, aber ich kann nicht in deine Seele schauen, wie es tatsächlich aussieht. Ist es gerade mal wieder eine besondere Art von schwarzem Humor, oder ging was in den falschen Hals? Das lässt sich nie mit Sicherheit sagen und da ich dich irgendwie mag, will ich natürlich nach Möglichkeit verhindern, dass du mich falsch verstehst.
    Wenn es keine Ironie war, dann war es Verbitterung... was ich nun auch wiederum sehr traurig finde...
    Du kennst doch sicher das Folgende:
    "Gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
    die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
    und die Weisheit, das Eine vom Anderen zu unterscheiden."



    Carmen :
    Nein, Augenauskratzen und Halsumdrehen gehören nicht unbedingt zu unseren Stärken ^^
    Wir sind nur aus langjähriger Online-Erfahrung gewöhnt, dass manche Dinge sehr schnell falsch verstanden werden können und versuchen daher oftmals lieber den "Klartext", anstelle von "freundlichen Worten"...


    Zu deiner/eurer Geschichte noch etwas:
    Generell einen negativen Effekt hat eine Bemerkung im Text, dass eine "wahre Geschichte" erzäht werde.
    Auch wenn es so ist - es geht niemanden etwas an und wird viel zu oft zur Effekthascherei oder Wichtigtuerei missbraucht... also wird eine "wahre Geschichte" von vornherein skeptischer und mit mehr Abstand betrachtet als eine, die wahr sein könnte, dies aber nicht von sich behauptet. Taktisch also immer ein Eigentor!
    Dem Verbraucher (Leser) ist es letztlich auch ziemlich egal, ob das Gelesene tatsächlich mal so geschehen ist, denn wenn eine Geschichte so geschrieben ist, dass sie den Leser in Gedanken und Gefühlen in die Geschichte hineinzieht, kommt es nur noch darauf an, ob das Geschehen auch den (erotischen) Träumen des Verbrauchers entspricht. Trifft die (gute) Erzählung den Kern der Wünsche und Träume, dann fällt die Bewertung dementsprechend hoch aus.
    Wer eine unausgeschmückte wahre Geschichte erzählt, kann im Allgemeinen nicht mit der grenzenlosen Phantasie der Wunsch- und Traumwelt mithalten... nicht in der Qualität der Erzählung, sondern in dem Empfinden, das beim Lesen ausgelöst wird.
    Sehr Viele träumen beispielsweise von völlig freier, ungezwungener, öffentlicher Nacktheit.
    Dies ist ansich ein ganz natürlicher Wunsch der Seele eines jeden Menschen, so akzeptiert zu werden, wie man wirklich IST, ohne sich verstellen zu müssen. Unsere Gesellschaft hat diesen natürlichen Wunsch allerdings erfolgreich so weit unterdrückt, dass man sich oft schon des Wunsches schämt, weil er vom offizellen Gesellschaftsbild abweicht.
    Der unterdrückte Wunsch bleibt jedoch (meistens unbewusst) bestehen und bricht sich Bahn in unterschiedlichsten Formen; vom starken Wunsch, sich selbst sämtlicher Fassaden zu entledigen (von der Gesellschaft als Exhibitionismus stigmatisiert), über die Sucht, andere zu beobachten, die sich diese Freiheiten nehmen (als Voyourismus verteufelt), bis hin zu jenen, die sich völlig dagegen ereifern, da ihr Weltbild dadurch bedroht wird, dass sie sehen "müssen", dass Andere sich nicht unhinterfragt den Regeln unterwerfen.
    Diejenigen übrigens, die sich tatsächlich an der Scham und dem Unwohlgefühl unfreiwillig nackter erfreuen, sind die "ärmsten Schweine", da sie jeglichen Kontakt zu ihrem eigenen Innersten verloren haben und nur noch das für sie unbestimmbare Gefühl zu interpretieren suchen... sie werden niemals wirklich befriedigt...


    Eine Geschichte, die diesen (heimlichen) Wunsch bedient, wird (heimlich) genossen.
    Der heimliche Wunsch ist allerdings ansich ein "Extrem", da er auch metaphorischen Charakter besitzt.
    Somit ist eine Geschichte, die es versteht, glaubwürdig zu bleiben und zugleich dem Extrem möglichst nahe zu kommen, ein "Meisterwerk" für die Verbraucher (und dann auch für die Kritiker ;) )


    Du kannst also über den Daumen peilen und sagen
    "- ein echtes Meisterwerk wäre bei 9 anzutreffen (da man niemals jedermanns Geschmack zu 100% treffen kann - siehe oben).
    - bleibe ich bei meiner Geschichte ausschließlich bei der Wahrheit dessen, was ich selbst erlebt habe, habe ich mit '7,5' bereits eine Spitzenwertung erreicht, da ich naturgemäß dem "Extrem" nicht so nahe kommen kann, wie eine reine Phantasiegeschichte.
    - alles was unter '7,5' liegt, sollte ich mir zu Herzen nehmen und konstruktive Kritik hoffen, die mir erklärt, was besser hätte sein können."


    So gesehen kannst du dir getrost auf die Schulter klopfen und auf deine momentanen '7,46' stolz sein.

    Hier gibt es Leute, die im Namen der political Correctness ehrliche Menschlichkeit vernichten um sich zu profilieren.


    So lange diese wandelnde Beleidigung hier sein Unwesen treibt, bin ich hier weg!
    Ciao

  • Zitat

    Original von Leseratte
    Das Bewerten komplett abzuschalten fände ich dennoch nicht sonderlich gut, denn "Applaus ist das Brot des Künstlers" und ein paar wenige Kommentare im Forum, das von den meisten nichtmal besucht wird, sind zu magere Kost... da sind die Zahlen, die direkt neben der Geschichte stehen - so wenig sie in Wirklichkeit auszusagen vermögen - dennoch weit befriedigender...



    Nun ja, besonders überzeugend ist das auch wieder nicht. Ich sehe das "Befriedigung-für-den-Künstler-Argument" jedenfalls aus verschiedenen Gründen eher kritisch.


    Der von LadyWalk beschriebene Effekt des Runtervotens ist ja nichts Neues - und wurde in den endlosen Diskussionen zu diesem Thema auch immer wieder beklagt. Was auch immer die genauen Gründe sein mögen, es geht in diesen Fällen meist gar nicht mehr um die Geschichte selbst. Somit ist die Kost vielleicht nicht mager, aber schon zu einem Großteil vergiftet.


    Andererseits ist die 10-Punkte Einteilung aus meiner Sicht eher vage. Wären es Schulnoten, okay, dann liegt eine Orientierung vor, die sich hier aber erst jeder selbst zurechtbasteln muss. Für den Einen ist eine gute Geschichte nur 6 Punkte wert, für den Anderen 8 oder 9. Das macht die ohnehin äußerst subjektive Momentaufnahme, die eine solche Bewertung nunmal meistens ist, noch fragwürdiger.


    Hinzu kommt, dass viele gar nicht mehr voten, weil sie das Hin-und-Her satt haben, sich nicht extra einloggen wollen oder was auch immer, was das Gesamtbild aber zusätzlich verzerrt. Usw. usw...


    So sagen die "schönen" Zahlen neben der Geschichte eben tatsächlich wenig bis gar nichts aus. Was aber sollen sie dann? Eine "Befriedigung" kann man aus so fragwürdig zustandegekommenen Einordnungen wohl kaum ziehen. Und wenn ich die verschiedenen Stimmen zu diesem Thema in den letzten Jahren richtig deute, tun das auch wenige. Außerdem bin ich mir nicht sicher, ob durch die bisherige Art des Bewertens (wenn auch früher noch mehr als heute) nicht mehr Autoren verschreckt als angezogen oder gehalten wurden.


    Die Auffassung, dass sich im Forum zu wenig mit den Geschichten auseinandergesetzt wird, teile ich allerdings. Das liegt aber auch an uns allen, denn leider ist auch in diesen Thread erst richtig Bewegung gekommen, als es um etwas anderes ging, als es eigentlich gehen sollte: Eine Geschichte, die gelobt oder kritisiert, jedenfalls doch aber beachtet werden sollte.

  • Zitat

    So sagen die "schönen" Zahlen neben der Geschichte eben tatsächlich wenig bis gar nichts aus. Was aber sollen sie dann? Eine "Befriedigung" kann man aus so fragwürdig zustandegekommenen Einordnungen wohl kaum ziehen.


    ...ich kenne da einen Trick, der immer funktioniert:
    Ich bewerte meine Geschichten immer erst mal selber mit "1" und freue mich dann, wenn es langsam aufwärts geht.
    Das macht Spaß!

  • Ich stimme dir vollkommen zu, was die "Sinnlosigkeit der schönen Zahlen" angeht ^^


    Aber der Mensch ist nunmal nicht logisch ;)
    Auch Autoren, die von sich glaub(t)en, ihnen sei die Punktzahl herzlich schnuppe, sind insgeheim dann doch stolz, wenn sie (vor allem unerwartet doch) eine hohe Bewertung erhalten haben.


    Ein Teil des "Erfolgrezepts" von SB.de ist gerade dieses Voting - so manipulierbar und nichtsaussagend es in Wahrheit auch ist... eine vergleichsweise sehr aktive Community kommt da noch hinzu, ist aber alleine ebenso wenig tragfähig. Ein einziger Querschläger, der das "Betriebsklima" versaut, reicht aus, um die Com für lange Zeit zu schädigen...


    Es gibt viele andere Seiten, auf denen Geschichten veröffentlicht werden können, aber kaum eine ist so gut besucht und auch ständig von Autoren versorgt, wie diese hier.
    Ein Autor will seine Geschichte nicht einfach nur einstellen und eventuell den einen oder anderen Kommentar dazu erhalten, sondern er/sie verfolgt im Allgemeinen auch noch im späteren Verlauf gerne die "Verkaufszahlen".
    Dies alles sorgt eher für weiteren Zulauf als dass es "abschrecken" würde.


    Zugegeben, ein bisschen "taktisches" Geschick ist auch nicht ohne Bedeutung, denn wenn man in der "Saure Gurken Zeit", in der nur Trash veröffentlicht wird, eine saubere Arbeit mit einem gewissen Etwas einstellt, erhält man erheblich bessere Wertungen als wenn man die selbe Story ausgerechnet dann einstellt, wenn gerade eine ganze Serie von "Meisterwerken" präsentiert wurde.
    Das ist in einem Verlag nicht anders... nur dass da der Autor niemals weiß, ob das Lektorat gerade vor langweiligem Durchschnittsbrei einschläft, oder kaum Zeit für all die spannenden Bücher hat, die gerade reinflattern.



    Über eine Geschichte selbst kann man eigentlich nur mit dem Autor selbst diskutieren. Ein "Feedback ohne Feedback" ist meist recht fruchtlos... zumindest für denjenigen, der das Feedback gegeben hat...
    Wenn du mal hundert Geschichten ernsthaft kommentiert hast und vom Autoren die nächste Story mit genau denselben "bemängelten" Eigenschaften versehen ist, verstehst du vielleicht, was ich meine ;)

    Hier gibt es Leute, die im Namen der political Correctness ehrliche Menschlichkeit vernichten um sich zu profilieren.


    So lange diese wandelnde Beleidigung hier sein Unwesen treibt, bin ich hier weg!
    Ciao