Arbeitsdynamiken (Fortsetzung):
Da waren wir nun, du, ich, die Leidenschaft, die gerade dabei war, sich aufzubauen, die Neugier, zu erfahren, was kommt jetzt?
Habe ich etwas falsch interpretiert, habe ich eine Geste von dir überbewertet? Wir schätzten uns beide für unsere Arbeit, erregten uns mit unserer Professionalität. Wir ergänzten uns in allem. Du schufst den Rahmen, ich führte aus. So hat es bei uns funktioniert.
Doch diese Form in der wir jetzt sind, reißt es uns aus dieser Perfektion heraus oder, nimmt es uns in einen der schönsten Abgründe mit die wir uns beide je würden erdenken können? Meine Gedanken rasten um diese Frage. Wir waren nicht alleine. Zwischen unserem Türrahmen und meinem Arbeitsplatz gab es noch jemanden. Jemanden, der das Spiel nicht kannte ,würde unsere Zuneigung füreinander auch nie verstehen. So wandtest du dich wieder deinen Akten zu und ich blieb
mit den Fragen allein im Raum. Es dauerte keine Stunde, bis meine Kollegin den Raum verließ. Fast ohne Zeitverzögerung standst du wieder in meinem Türrahmen, noch bevor wir den Raum für uns allein hatten. Langsam dämmerte mir auch, wofür du den kleinen Arbeitstisch mit dem PC neben meinem aufgebaut hattest, an dem du dich prompt niedergelassen hast. Du hast dich eingeloggt, auf den Bildschirm gestarrt, mir eine E-Mail gezeigt und mich gefragt: "Hast du das schon bearbeitet?"
Ich stand nun direkt an ihrer Schulter, lehnte mich schon fast an und starrte auf den Bildschirm: "Darüber willst du jetzt reden?" fragte ich.
"Ich will gar nicht reden!" sagte sie und sah aus ihrer sitzenden Position zu mir auf und lächelte. Also ließ ich das Reden. Ohne zu zögern, bestimmt in meinem Handeln wie nie,
getrieben von einem Willen und Verlangen, die noch vor wenigen Stunden gar nicht so präsent waren, beugte ich mich zu ihr herunter, schloss meine Augen und küsste sie. Ihre schmalen Lippen fühlten sich weicher an, als sie es vermuten ließen. Erst oberflächlich, dann leicht saugend, verschmolzen unsere Lippen zu einem langen Kuss. Wir dachten nicht daran, dass jemand rein kommen könnte, nein, ich glaube, es wäre uns sogar egal gewesen. Wir wollten es beide und der Rest der Welt war für diesen einen Moment unwichtig geworden.
Da war sie verschwunden, unsere professionelle Distanz, die wir uns geschaffen hatten.
Du mit dem Partner zuhause, ich mit meiner Partnerin. Gut, wir wussten beide grob, dass es in unseren Beziehungen nicht lief, dennoch, was taten wir hier? Wie konnte es sich so richtig anfühlen, obwohl es so falsch war. Wie konnten wir es so sehr wollen, wo wir doch vorher kaum einen Gedanken daran verschwendet hatten, dass so etwas wirklich passieren könnte.
Ich löste die Lippen von deinen. Wenig professionell doch verlangend, liest du es nicht zu, und zogst mich wieder an dich heran, um den Kuss fortzusetzen. Langsamer diesmal, mit mehr und mehr Gefühl, mehr Konzentration, nicht mehr ganz so überwältigt, mehr empfindend, glitten deine Lippen über die meinen. Langsam lud mich deine Zunge ein, sie mit meiner zu massieren, in langsamen kleinen Kreisen. Ein Kribbeln schoss durch meinen Hals über meinen Brustkorb. Ich wollte mich in diesem Kuss verlieren, aus Angst, da käme nicht noch mehr, als wäre es eine einmalige Sache. Als wir Schritte auf dem Flur vernahmen, unterbrachen wir. Sofort waren wir beide wieder in unserer Professionalität zurück. Während sich die Tür öffnete, sah ich auf die E-Mail auf dem Bildschirm und sagte nur: “Ja, ich werde mir das direkt ansehen.” und lächelte sie an.
Ich setzte mich an meinen Platz zurück, klickte mich hier und da durch die verschiedenen Konfigurationsschritte, um das angefallene Störungsticket zu lösen. Mir entfuhr ein tiefer Seufzer. Nicht, weil die Technik nicht wollte, sondern weil ich die angestaute Anspannung lösen musste. Meine andere Kollegin, die den Raum betreten hatte, kannte den Hintergrund meiner Anspannung nicht. Ansonsten wären wir das Thema Nummer eins unter der Belegschaft, wenn unsere kleine Tratschtante hier das Wort eröffnet. “Mir kannst du es ja erzählen.” Hörte ich immer von ihr. Manchmal nutzte ich das auch einfach, um weniger wichtige, doch wichtig klingende, Informationen im Haus zu streuen, einfach um zu sehen, welche Kreise sie ziehen. Über die Zeit ist es für mich zu einem sozialen Experiment geworden. Du schmunzeltest jedesmal wenn ich das tat, weil du genau durchschaut hattest, was ich da tat. Klar, dass wir an diesem Tag, unsere privaten Telefonnummer austauschten.
Es war bereits später Nachmittag, also machte ich mich auf den Weg nach Hause. An diesem Nachmittag erhielt ich nur eine einzige Nachricht von dir: “Morgen komme ich mit dem Auto, nicht mit dem Zug.” Nur dieser eine Satz und mir war bewusst, was du damit zum Ausdruck bringen wollte. Sofort sprang meine Fantasie an. Mit dem Auto… wohin? Ich antwortete ihr: “Okay, ich weiß wo du es parken kannst.” Innerhalb eines Tages schossen wir von: “Darf ich deine Nummer haben?” zu “Lass uns morgen mal irgendwo parken.”
Wir sprachen nicht darüber, wir zerredeten es nicht, nicht ein Wort. Wir planten, strategisch, akribisch, professionell, effizient.
Am nächsten Tag schmunzelte ich als ich nicht weit von unserem Büro deinen schwarzen Kombi sah. Du hast extra nicht direkt vor dem Büro geparkt, aber so, dass ich ihn auf meinem Weg zur Arbeit bemerkte. “Perfekt ausgeführt”, dachte ich bei mir. Meine Laune für den Tag war gesichert. Ich ließ es mir nicht nehmen, direkt in dein Büro zu kommen und dir mit breitem Lächeln ein “Guten Morgen” in lieblichen Ton durch den Türrahmen zuzurufen. Wir verrichteten unsere Arbeit. Professionell wie immer, und unter Beobachtung durch unsere Kollegin, verlief der Tag ruhig. Bereits 14Uhr standst du im Türrahmen und hast verkündet: “Ich muss heute etwas früher los, so in einer halben Stunde.” Ich hätte jetzt für meine neugierige Kollegin irgendwas erfinden können um nicht durchblicken zu lassen, dass ich mit ihr gehen werde. Aber am besten versteckt man sich in der Öffentlichkeit. “Ja, ich werde dann auch gehen.” sagte ich zu meiner Kollegin. Du hast nur gelächelt und bist wieder in dein Büro gegangen. Für meine Kollegin, war es so weit weg, dass du und ich ein Verhältnis beginnen könnten, dass sie keinen Zusammenhang in unserem gemeinsamen gehen wittern würde. Wer sich die ganze Zeit neugierig und heimlich verhält, der denkt alle anderen müssten es genauso tun. Aber kaum eine halbe Stunde später verlasse ich kurz vor dir das Büro. Langsam steigt in mir etwas die Anspannung. Ich war verunsichert ob ich deinen Erwartungen gerecht werden kann. Ich zündete mir eine Zigarette an und machte mich auf dem Weg zu deinem Auto. Kaum fünf Minuten später warst du auch da. “Wo gehts hin?” fragtest du nur. Wir stiegen ein und ich gab dir Handzeichen wo du lang fahren sollst. Wir redeten nicht viel. Eigentlich so gar nicht. Wir fuhren einfach am Elbufer entlang, durch ein paar kleinere Straßen, zu dem alten Fabrikgelände an dem nur der Elberadweg entlangführte. Zwischen zwei alten Gebäuden, bat ich dich einzuparken.
Du stiegst aus, spieltest deine Routine ab, die den ganzen Tag wahrscheinlich schon in deinem Kopf fest stand. Rucksäcke und die Sitzschale deines Sohnes auf den Vordersitz, die Ölkanne aus dem Kofferraum in den Fußraum auf der Beifahrerseite, den Rücksitz umgeklappt die Decke ausgebreitet. Wir zogen die Schuhe aus und schon lagen wir da. Im Kofferraum deines alten Volvo Kombis mit getönten Scheiben. Durch die Heckklappe konnten wir direkt auf die Elbe sehen. Kaum war die Tür geschlossen, lagst du halb auf mir, hast mich geküsst. Erst langsam zärtlich, dann immer wilder. Ich spürte dass dein Verlangen schon lange angewachsen sein muss. Wie unbefriedigend deine Partnerschaft sein musste, wenn du mich mit deinem verlangen regelrecht verschlingst. Während wir uns küssten, fiel eins nach dem anderen jedes einzelne Kleidungsstück. Ich spürte deine nackte Haut auf meiner, erkundete mit meinen Fingern jeden einzelnen Zentimeter deines Rückens. Ebenso feurig wie dein Kuss war mein Körper bereit sich dir hinzugeben. Ich zog dich fester an mich, spürte bereits an meinem Bein deine Feuchte. Du konntest deine Lippen und deine Zunge nicht von mir lösen, während du dich auf mich legtest. Du liest es nicht zu, dass ich langsam in dich eindringe, du giertest so sehr nach dieser Berührung, danach mich in deinem inneren zu spüren, dass du dich voll auf mich setztest. Ich werde nie das Beben vergessen, dass sich von deinem Becken auf deinen ganzen Körper übertrug, während du mich küsstest. Ein sofortiges Stöhnen entwich deinen bibbernden Lippen und drang in mein Ohr. Deine Gier danach feuerte mich nur noch mehr an, ich wickelte meine Arme um deinen Körper und packte dich um dich noch festern an mich zu ziehen. Deine Bewegungen waren sehr gezielt. Während ich in dich hineinglitt sorgtest du für genug Reibung zwischen unseren Körpern, dein Kitzler rieb sich an mir, genauso gierig nach Berührung wie deine Zunge, spielten sie nun im Einklang mit meinem Körper. Ich spürte wie du dich selber ermahntest dich zurückzuhalten, es nicht zu überreizen, doch ich zog dich noch fester an mich. Deine Bewegungen waren so gezielt, dass ich kaum an mich halten konnte. Überwältigt von der Situation, deinem Stöhnen, deinem festen Ritt, deiner blöße auf mir, durchführen mich Blitze der Erregung. Meine Männlichkeit angespannt, stramm wie seit Jahren nicht mehr, glitt ich in dich hinein, schneller werdend, immer fordernder. Ich spürte wie sich langsam dein Höhepunkt in dir aufbaute, eine bebende Welle durch deinen Körper ging, als du mit einem lauten Aufschrei kamst. Deine stimme so verletzlich und doch so fordernd. Langsam liest du von mir ab. Dein Körper bebend, zitternd. Du hast mich nur angelächelt, dich auf den Bauch gedreht, während du wieder zu Atem kamst. Ich verstand die Einladung. Ich schmiegte mich von hinten an dich, drang langsam wieder in deine feuchte ein, während deine Muskeln noch zitterten. Sie umschließen ihn eng und ich setzte sehr langsam mein Eindringen fort. Die kleinen Nachbeben in deinen Schließmuskeln machten es noch reizvoller, nur langsam in dich einzudringen. Es fühte sich so gut an, dich langsam immer wieder in dieses Beben zu bringen, zu genießen, wie dein Körper auf mein Vordringen reagierte. Ich konnte nicht mehr an mich halten und ließ meine Stöße schneller und härter werden. Ich achtete nun weniger auf dich, konzentrierte mich ganz auf das Gefühl, mir in dieser Position einfach das zu nehmen, wonach mich meine Lust trieb. Nach zunehmender Intensität spürte ich langsam meinen eigenen Höhepunkt aufkommen. Ich versuchte ihn nicht aufzuhalten, ich ließ es geschehen und verspritzte meinen heißen Saft auf explosive Weise in dir. Ich ließ mich sacht neben dir nieder, streichelte deinen Rücken und sah dich einfach nur an.
Ein paar Minuten lang, lagen wir einfach so da. Als langsam die Müdigkeit in unsere Glieder fuhr, rappelten wir uns wieder auf. Sofort sprang die Routine in deinem Kopf wieder an. Du hattest dich angezogen, die Decke zusammengelegt, die Rücksitze wieder aufgestellt, die Rucksäcke wieder in den Kofferraum verbracht. Während ich noch in dem Gefühl schwelgte welches der Orgasmus in mir hinterlies, warst du bereits wieder auf Effizienz getrimmt. Wir saßen im Kofferraum deines Autos, den Blick auf die Elbe gerichtet, die Zigarette danach angezündet. Der Elberadweg zwischen dem Auto und dem Wasser war leer. Bis auf……
einen Kollegen, der scheinbar nach seiner Arbeit unterwegs war, eine Fahrradtour an der Elbe zu machen. Wir grüßten ihn freundlich und rauchten unsere Zigarette.