Gainsbourg: Joe ist davon überzeugt, ein schlechter
Mensch zu sein. Ich liebe sie als Figur sehr, aber ich sehe rein gar
nichts, wo wir einander ähnlich wären.
Der Zynismus, ihre
Dunkelheit, das ist mir fremd. Der Film handelt von Sex, aber vor allem
davon, nie genug zu kriegen. Aber ich bin anders, nicht halb so obsessiv
und gar nicht wagemutig.
SN: Nicht wagemutig? Immerhin ließen Sie sich für die Sadomaso-Szenen fesseln und schlagen.
Gainsbourg: Ja,
das stimmt, und ich bin froh, dass ich es tat. Die Bloßstellung war
Teil des Deals hier. Ich habe das auch genossen. Zugleich habe ich mich
erniedrigt und bloßgestellt gefühlt.
SN: Hat das wehgetan?
Gainsbourg: Keine
Sorge, da wurde keine echte Peitsche verwendet und der Hintern ist auch
nicht meiner, sondern der einer anderen Dame. Auch die Vagina, die Sie
im Film sehen, ist nicht meine. Einerseits bin ich darüber froh, aber es
ist auch seltsam: Eine Vagina ist so unverwechselbar wie ein Gesicht
und ich werde untenherum von einer anderen dargestellt. Das stört mich
irgendwie.
SN: Ihre Kollegin Stacy Martin,
die die junge Joe spielt, hatte in ihrem Vertrag stehen, dass sie eine
künstliche Vagina tragen werde und dass es ein Porno-Double für die
Sexszenen gebe.
Gainsbourg: Ich brauchte
das nicht schriftlich, ich wusste schon von der Arbeit an "Antichrist",
dass ich Lars vertrauen kann. Und ich wusste, dass es professionelle
Pornodarsteller geben würde für die Sexszenen, das war meine einzige
Bedingung. Unterm Strich bin ich aber bei diesem Film weniger nackt als
in "Antichrist". Heftig sind natürlich die masochistischen Szenen, das
ist eine andere Art der Entblößung.
http://www.salzburg.com/nachri…st-an-entbloessung-95137/
Nicht einmal die Peitsche war echt!
baer
