Französische Küsse!

  • Französische Küsse! Teil I von RebeccaMontez


    In epischer Breite und mit detailreicher Erzählkunst führt uns die Autorin in die Welt des ganz großen französischen Luxus ein. Auch wenn ich für vivre comme Dieu en France sehr viel übrig habe, sind mir einige Dinge doch etwas zu dick aufgetragen. Kistenweise Lafite-Rothschild '45 geht ja gerade noch (der '82er ist im Gegensatz zum '83er tatsächlich großartig!), aber dann die immens teuren 12-Zylinder aller möglichen Nobelmarken, das Schloß, die Honorare in den 100.000en und die Schulden in Millionenhöhe... Irgendwann bleibt mir der Mund offen vor Staunen über das gallische Pendant von Dynasty, aber darunter leidet die Erotik doch beträchtlich.


    Dabei sind auch sehr geile Momente in der Geschichte enthalten, wie zB die heißen Stellungen mit dem kleingebauten Pierre, die Fesselszene im Club, die 16-jährige Lolita (genauer: sie war sicher nicht älter als sechzehn oder siebzehn, möglicherweise aber auch jünger) ...


    Kurz: Weniger wäre mehr gewesen!


    Merci quandmême!


    baer


    P.S.: Danke für die lingua mortua!

    Lector, intende,
    laetaberis!
    (Lieber Leser, paß auf, Du wirst Deinen Spaß haben! – Apuleus)

  • Französische Küsse! Teil II von RebeccaMontez


    Und ein paar Tage danach der zweite Teil. Der Clan zeigt sein dunkles Gesicht. Mord, Selbstmord, Neid, Haß, Gier usw. Ein Drama so gut wie ohne Erotik.
    Der Teil mit dem Pfarrer gefällt mir!


    Requiem aeternam dona eis, Domine: et lux perpetua luceat eis!


    baer

    Lector, intende,
    laetaberis!
    (Lieber Leser, paß auf, Du wirst Deinen Spaß haben! – Apuleus)

  • Lieber Bear,
    endlich... und deshalb auch von mir ein Merci quand-meme für deinen Kommentar, obwohl Du hart mit mir ins Gericht gehst, aber ich verstehe auch, wo der Schuh bei dieser Geschichte drückt und da stehst Du wahrscheinlich nicht alleine. Zu viel Luxus, zu viel Geld, zu viele Millionen, Poetis mentiri licet, lügt der Poet also?
    Ich will nicht auf die Kritikpunkte im einzelnen eingehen, möchte nur sagen, es ist immer eine Frage der Relation. Es war eine meiner elementarsten Erfahrungen jener Zeit, „viel Geld“ ist für jeden Menschen eine andere Summe. Was dem einen ein Vermögen, ist für den anderen ein Grund zum Suizid.
    Wieviel von den „French Kisses“ authentisch ist?
    Wie bei allen meinen Geschichten, ein gewisser Teil.
    Meine Erzählungen sind manchmal zu 90 Prozent, manche auch nur zu 25 Prozent wahr und so geschehen. Wobei natürlich die Aufschlüsselung in prozentuale Quoten problematisch ist. Nach welchem Schlüssel sollte das berechnet werden, nach Worten und Sätzen? So und so viele Worte und Sätze sind wahr, der Rest erfunden, oder als künstlerische Gestaltungsfreiheit legitim?
    Allerdings mische ich in meine Geschichten manchmal private Erlebnisse ein, oder lege zwei in einer zusammen, aber nie so, daß der Grundcharakter übermäßig verzerrt wird.
    Aber ist das wirklich wichtig, in einem Forum das zu 95 Prozent aus frei erfunden Storys besteht?
    Solltest Du diese Frage jedoch mit Ja beantworten, wäre ich bei Dir.
    Im Fernsehen ziehe ich Dokus jedem Fernsehfilm vor, in der Literatur eine Biographie jedem Roman. Ich hatte schon immer ein Problem mit frei erfunden Geschichten, ich brauch wenigstens ansatzweise Realität.
    Für deinen Rat: „Weniger wäre mehr gewesen!“, danke ich Dir, stimme zu und werde ihn beherzigen, großes Ziehkind-Ehrenwort,
    Rebecca

  • Ich kann mich dir nur ein Stück weit anschließen. Die Story ist ausführlich und ambitioniert, gewiss, aber hat mir zu viele Fehler (Orthografie, Zeichensetzung, Stil, Logik) und ist mir zu sehr Groschenroman. Mit CMNF hat sie praktisch nix zu tun, und statt anregender Erotik lese ich beiläufig freudlos eingestreute Sexszenen. Es sind Ansätze da - gewiss. Aber es braucht noch viel Arbeit.


    Nico S.

  • Lieber Bear,


    Zitat:
    „Der Kardinal hat mir mehr Probleme bereitet...“


    ich weiß und es tut mir leid, ich werd sowas nie wieder tun,
    Rebecca


    Lieber Nico,
    danke für deinen Kommentar und natürlich..., meine Grammatik, für einen Meister des Wortes möglicherweise kurz vor der Schmerzgrenze. Note 3 hatte ich damals, all die Jahre in der Schule und kämpfte eher gegen eine Vier als um eine Zwei.
    Bei den Sexszenen gebe ich mir eigentlich Mühe, aber es stimmt, die sind mir nicht wichtig und das merkt man wohl.
    Natürlich habe ich deine „Lotta“ gelesen und war danach wieder mal eifersüchtig wie sonst nur bei Geschichten von Bear. Ich meine weniger den Inhalt, sondern wie Worte in Szene gesetzt werden.
    Du brauchst wahrscheinlich von mir keine Bestätigung, deiner Schreibkunst, deshalb hör ich hier auf.
    Etwas m.E. lustiges will ich aber noch loswerden.
    Manchmal, nur so zu meinem Vergnügen, ändere ich Aussagen einer Geschichte, was ich auch bei deiner „Lotta“ in einem Fall machte:


    Original:
    „Frauen betrachteten das Schauspiel, wobei ich nicht erkennen konnte, ob aus Interesse, Neid oder Verärgerung.“
     
    nun meine Version:
    „Frauen betrachteten das Schauspiel, wobei ich nicht erkennen konnte, ob aus Verachtung, Hohn oder Geringschätzigkeit.“


    Naja, das zeigt mir immer, daß ich anscheinend nicht anders kann.
    Die Welt ist klein, dunkel und böse.
    Rebecca


    P.S.
    Die Groschenromanschreiberin nehm ich aber als Kompliment,