Beiträge von naked woman

    Ich habe jetzt den Text noch einmal genau gelesen, mit dem Verena diese Diskussion eröffnet hat. Sie bedauert, dass ihr Schamgefühl im Lauf der Zeit nachgelassen hat und sagt „ Scham war immer auch ein sehr erregendes Element, auf das ich eigentlich nicht verzichten möchte.“


    Da muss ich allerdings sagen, dass es bei mir insofern anders gelagert ist, da für mich als Lesbe meine Scham vor Männern, die ich in früheren Jahren hatte, nie mit Erregung in Verbindung war. Ich kann es genießen, wenn ein Mann seine Blicke über meinen nackten Körper gleiten lässt, aber mit Erregung oder sexuellem Empfinden hat das nichts zu tun. Ich zeige mich einfach gerne nackt, und Männer schauen eben wesentlich lieber hin, wenn sie eine nackte Frau sehen. als andere Frauen.

    @ Adamit

    Es war einfach eine Angelegenheit der Zeit. Als ich in Toronto nackt untersucht wurde, da war ich 21. Durch meine Partnerin, die ich dort gefunden habe, bin ich auch zum Nacktbaden gekommen. Ich denke, dass ich mit ca. 25 Jahren dann völlig schamfrei war, auch Männern gegenüber. Mit dem Abnehmen der Scham ist gleichzeitig die Zeigelust gewachsen.

    EvaEngel


    Das kann ich verstehen so wie du das beschreibst, dass du deine Scham nicht ganz verlieren möchtest, weil sie dir auch Spannung im positiven Sinn vermittelt. Das war bei mir anders, das hängt damit zusammen, dass ich eben lesbisch bin. Eine Scham gegenüber dem eigenen Geschlecht habe ich nie entwickelt, wie ich dargelegt habe, weil ich durch das regelmäßige Nacktsein beim Duschen im Schwimmverein von Kind auf an schamfreie Nacktheit gewöhnt war. Und Männern gegenüber habe ich mich zwar heftig geschämt, aber da war dann eben keinerlei sexuelle Spannung dabei.

    Beim Schamgefühl muss ich deutlich unterscheiden zwischen den Geschlechtern. Ich habe schon einmal davon gesprochen, dass ich als Grundschulkind in den Schwimmverein gekommen bin, zu einer Zeit, als ich noch kein Schamgefühl hatte. Dort habe ich erlebt, dass beim Duschen alle, wir Kinder, aber auch die großen Mädchen und die erwachsenen Frauen immer nackt waren. So hat es sich ergeben, dass ich weiblichen Personen gegenüber niemals Schamgefühl entwickelt habe, auch nicht als in der Pubertät mein Körper sich verändert hat. Solche Veränderungen haben wir Mädchen schon bei denen beobachten können, die etwas älter waren als wir. Dann waren wir froh, wenn es endlich so weit war, dass auch bei uns Härchen gewachsen sind, wo vorher keine waren, und die Brust endlich so wurde wie bei den Großen.


    Ganz anders den Männern gegenüber. Es war zu Hause nicht davon die Rede, dass man als Mädchen sich nicht vor Jungen oder vor Männern entblößen dürfte, dass man beim Umziehen im Freibad sich nicht irgendwie zeigen dürfte oder wie auch immer. Es war anders. Mein Vater war sehr prüde. Er hat nichts von sich gezeigt. Ich glaube, ich habe ihn nie in Badehose gesehen. Er hat auch nicht über Themen wie Nacktheit oder ähnliches gesprochen. Das war absolut tabu.


    Mein erstes Nackterlebnis vor einem Mann, das mich sehr belastet hat, hatte ich dann in Kanada. Ich war zu einem Studienjahr in Toronto. An der Universität wurden damals alle Neuen ärztlich untersucht. Wir waren wohl zwanzig Mädels, die für dieselbe Uhrzeit bestellt waren. In einem Auskleideraum mussten wir uns zunächst bis auf Slip und BH entkleiden, dann kamen die Voruntersuchungen wie Messen, Wiegen, Blutdruck usw... Schließlich wurden wir mit Namen in den eigentlichen Untersuchungsraum bei einem Arzt oder einer Ärztin aufgerufen. Der BH musste noch im Auskleideraum zurückbleiben. Man ging also lediglich mit Höschen bekleidet durch den Flur ins zugewiesene Zimmer. Dort für mich der große Schock! Erstmals stand ich mit entblößter Brust einem Mann gegenüber! Peinlich, mega peinlich! Etwas Erleichterung hat mir verschafft, dass auch noch eine Frau ungefähr in meinem Alter anwesend war, ebenfalls wie eine Ärztin gekleidet. Sie hat sich mir als Medizinstudentin vorgestellt, die im letzten Studienjahr in die praktische Arbeit eigeführt wurde und auch an der Untersuchung mitgewirkt hat. Dann kam der Hammer ! Ich habe meinen Ohren nicht getraut, hatte zuerst gemeint, ich hätte es nicht richtig verstanden, als der Arzt zu mir gesagt hat. „Gut, kann kommen Sie bitte hier hinüber auf die Untersuchungsliege, aber legen Sie bitte hier auf dem Hocker erst noch Ihren Slip ab“ In Deutschland absolut undenkbar, aber in Kanada haben zumindest damals die Uhren eben anders getickt. Ich habe erst ein paar Sekunden gebraucht bis ich mir klar war, dass ich es schon richtig verstanden habe, habe mein Höschen folgsam herunter gestreift und bin – erstmals vor den Augen eines Mannes splitternackt ! - zur Liege gegangen. Ich habe gespürt, dass ich rot geworden bin. Ich wurde von Arzt und Studentin am Leib angetastet usw. Zuletzt wurde auch die Vulva eingesehen und die Studentin hat mich dabei auch berührt, während der Arzt am Fußende stand und zugesehen hat. Mir ist die Luft weggeblieben.


    Ich habe im Brief an meine Eltern, die natürlich wissen wollten, wie es mir geht, nur erwähnt, dass ich an einer Untersuchung hatte teilnehmen müssen, überhaupt keine Einzelheiten,vor allem auch nicht, dass ich nackt gewesen bin. So wie ich von zu Hause geprägt war, wäre es mir absolut peinlich gewesen, dies meinen Vater wissen zu lassen. Da hätte ich mich genauso geschämt wie bei der Untersuchung selbst. Ich wollte aber, dass meine Mutter es erfährt. Ich habe eine ausführliche Schilderung an meine Schwester geschrieben mit der Bitte, dies auch unserer Mutter lesen zu lassen. Ich hätte es nie ertragen, wenn mein Vater das alles gelesen hätte.


    Es sind seitdem 31 Jahre vergangen. Mein Vater ist leider schon lange nicht mehr am Leben. Ob meine Mutter in ihn davon erzählt hat? Ich weiß es nicht. Ich habe es bis heute nicht gewagt, sie zu fragen.


    So hat für mich der Weg begonnen, mich mit meiner Scham vor Männern auseinander zu setzten. Es ist ein langer, ein sehr langer Weg geworden bis zu em Punkt, an dem ich heute bin, nämlich dass ich auch Männern gegenüber keine Scham mehr empfinde und mich sogar gerne nackt zeige.

    Hallo, will ich mich kurz vorstellen. Ich bin schon etwas älter, mein 50. Geburtstag liegt auch schon wieder zwei Jahre zurück.


    Durch eine Schulfreundin war ich mit 8 Jahren zum Schwimmen gekommen, das ist meine Leidenschaft geworden und ist es bis heute. Hier beginnt auch mein Verhältnis zur Nacktheit. Wir sollten damals ohne Badeanzug duschen. Zu meiner Überraschung waren im Duschraum nicht nur wir Kinder nackt, sondern die großen Mädchen und die erwachsenen Frauen ebenso. Mit anderen zusammen nackt zu duschen, das hat mich auch durch die Jahre der Pubertät und darüber hinaus begleitet. Schamgefühl gegenüber Mädchen und Frauen habe ich nie entwickelt. Als ich nach dem Abitur zum Studium aus meinem Heimatort weggegangen bin, ging dieser Lebensabschnitt erst einmal zu Ende, aber die Freude am Nacktsein habe ich mitgenommen.


    Mein Anglistikstudium hat es mit sich gebracht, dass ich für ein Jahr in Kanada war. Beim Schwimmen im Rahmen des Hochschulsports habe ich meine Lebenspartnerin gefunden, mit der ich inzwischen seit 31 Jahren in einer Fernbeziehung über den Atlantik hinweg verbunden bin. Aneinander und miteinander hatten wir erst unsere lesbische Neigung entdeckt. Und meine Frau ist genauso gerne nackt wie ich.